

In den zweiten zehn Minuten konnte die Truppe von Vladimir Bogojevic, bei der Point Guard Viktor Jacovic die Rolle zu fiel, als 13. Mann in Zivil auf der Bank Platz nehmen zu müssen, die Partie offener gestalten: Im Zug zum Korb und auch in unmittelbarer Brettnähe gingen die Weiß-Roten nun etwas entschlossener zu Werke, was nebenbei dazu führte, dass Bremerhaven nicht mehr zur Souveränität der ersten Minuten zurück fand. Durch zu viele Ballverluste (insgesamt neun in den ersten 20 Minuten) und weiterhin mangelnder Wurfpräzision gelang es den Hausherren jedoch nicht, den Punktestand entscheidend knapper zu gestalten. Sehenswert der Alley-Oop-Dunking von Torrell Martin zum 31:20 für die Eisbären (15.) auf Anspiel von Lou Campbell. Die Trefferquoten zur Pause (Stand: 28:44) sprachen Bände: Während die LTi 46ers bis dato lediglich 28 Prozent ihrer Feldwürfe getroffen hatten (0 von 6 Dreiern), war es den Gästen gelungen, fast die Hälfte (47 Prozent) der Würfe im Gießener Korb unterzubringen.

Maurice Jeffers schoss die Hausherren aus dem Drei-Punkte-Bereich dann noch näher heran. Jeffers traf innerhalb von zwei Minuten dreimal von jenseits der 6,25m-Linie. Bei seinem letzten Dreier wurde er auch noch gefoult, der Bonusfreiwurf flutschte zum 69:73 durch das Netz (37.). Bemerkenswert: Alle fünf Dreierversuche des 30-jährigen Flügelspielers in Hälfte zwei fanden ihr Ziel. Schade, dass die Gäste in dieser Phase zweimal nach Offensivrebounds durch Tip-in (Gibbs) oder Slam-Dunk (Lyde) kontern konnten (69:75). Bei Gießen fiel nun leider nicht mehr alles durch die Reuse: Der sehr agile Jannik Freese (11 Punkte, 9 Rebounds, 6 gezogene Fouls) traf nur einen von zwei Freiwürfen, und auch David Teague leistete sich nach langer Zeit zwei Fehlwürfe aus der Distanz. Bremerhaven sagte nicht nein, war durch Jeff Gibbs an der Freiwurflinie erfolgreich (70:77) und baute den Vorsprung durch einen Dreier von Flügelspieler Torrell Martin, am Ende mit 20 Zählern bester Werfer der Norddeutschen, vorentscheidend auf 80:70 aus (39.). Die Foul-Taktik des Gießener Teams fruchtete nicht, Bremerhaven schaukelte seinen dritten Saisonsieg an der Freiwurflinie sicher nach Hause.
Punkteverteilung:
LTi GIESSEN 46ers: Johnson (12), Kohlmaier (0), Theilig (0), Rowland (0), Christen (n. e.), Weber (6), Reed (0), Teague (24), Freese (11), Tapuskovic (0), Jeffers (24), Werner (4).
Beste Punktesammler bei den Eisbären Bremerhaven: Martin (20), Gibbs (19), Campbell (17), Buford (16).
Trainerstimmen:
Vladimir Bogojevic (LTi 46ers): „Die Anfangsphase war sicher entscheidend. Wir haben heute im dritten Spiel in Folge zu Beginn der Partie versucht, unseren Rhythmus zu finden und es will uns partout nicht gelingen. Bremerhaven hat durch seine Treffer Selbstvertrauen getankt und wir mussten früh einem 14-Punkte-Rückstand hinterher laufen. Auch wenn wir im letzten Viertel wieder dran waren, haben wir alles in allem gesehen heute keine gute Partie abgeliefert. Wir wollen nicht nur von unserem Wurf leben, wir haben die individuelle Qualität, auch anders zu punkten. Nach der Pause konnten wir unseren Energielevel erhöhen, kämpferisch kann man dem Team keinen Vorwurf machen, aber ich erwarte auch, dass sich die Spieler an die Vorgaben halten. Natürlich ist es schwer, gegen ein starkes Team wie Bremerhaven zu bestehen, wenn man nicht gut organisiert ist, aber wir müssen es schaffen, mehr als Mannschaft aufzutreten; heute haben wir zwölf bis 17 Minuten nicht stattgefunden. Es kommt uns gelegen, dass wir jetzt eine Woche Pause bis zum nächsten Spiel haben; unsere Leistungsträger müssen nach dem harten Programm der ersten zwei Wochen regenerieren. Wir werden durch die (Trainings)Arbeit an Sicherheit gewinnen und daran arbeiten, Austen (Rowland) besser in das Team zu integrieren, so dass er uns im nächsten Spiel noch besser helfen kann als das heute der Fall gewesen ist.“
Douglas Spradley (Bremerhaven): „Ich war selbst überrascht davon, wie gut wir ins Spiel gefunden haben. In dieser Woche konnte nur ein Spieler aus unserer Startfünf trainieren, alle anderen waren krank oder verletzt. Ich wusste, dass wir es nicht über die gesamten 40 Minuten so einfach haben würden und Teague oder Jeffers irgendwann anfangen würden zu treffen. Hier in Gießen ist es nie einfach zu gewinnen. Die 46ers haben ein paar wilde Dinger gebraucht und die dann auch getroffen. Wir haben dann aber wieder besser den Korb attackiert und in entscheidenden Phasen unsere Freiwürfe getroffen.“
Bilder: Mediashots Werbefotografie.


