

Vor den eigenen Fans gilt es Revanche für die unglückliche 68:69-Hinspielniederlage zu nehmen und auszunutzen, dass die Artland Dragons nach sechs Liga-Niederlagen in Folge nicht unbedingt mit dem ganz großen Vertrauen in die eigene Stärke in die mittelhessische Universitätsstadt reisen dürften. Nach der erfolgreichen verlaufenen letzten Saison (die „Drachen“ gewannen den BBL-Pokal und damit einhergehend den ersten nationalen Titel in der Vereinsgeschichte, nahmen in der Liga nach Abschluss der Hauptrunde Platz zwei ein und waren trotz des Ausscheidens im Playoff-Viertelfinale gegen den späteren Finalteilnehmer Telekom Baskets Bonn zusammen mit letzteren die positive Überraschung des Jahres) wird man im Artland mit dem bisherigen Abschneiden in dieser Saison wohl nicht völlig zufrieden sein.

Im BBL-Saisonverlauf haben die Dragons besonders in der Verteidigung Schwächen offenbart. Im Schnitt bekam die Leibenath-Truppe in dieser Saison 79,9 Punkte pro Partie von ihren Gegnern eingeschenkt, nur das Tabellenschlusslicht aus Bremerhaven kassiert noch mehr Punkte (82,1). Auch der verletzungsbedingte Ausfall von Centerkraftpaket Darius Hall hat dem Team anscheinend alles andere als gut getan. Aufgrund eines Handbruchs konnte „The Wall“ in den letzten acht BBL-Spielen nicht mitwirken – in sieben dieser Partien zogen die Dragons den Kürzeren.
Auch wenn es im Artland-Team wohl besonders auf den Guardpositionen nicht so rund läuft wie vor Saisonbeginn geplant, muss die 46ers-Defense am Samstag verhindern, dass der noch amtierende Pokalsieger im Angriff ins Rollen kommt, denn offensiv zählen die Dragons um ihre beiden Topscorer Adam Hess (Small Forward, 15,7 PpS, 38,5 Prozent aus dem Dreipunktebereich) und Center Daren Fenn (14,6 PpS) weiterhin zu den talentiereren Mannschaften in der BBL.
„Das ist eine sehr wichtige Partie für uns. Mit der Ausbeute von einem Erfolg aus den letzten drei Spielen sind wir nicht zufrieden. Ein Sieg am Samstag würde uns gut tun und auch unseren Fans, denen wir damit wieder etwas mehr Zuversicht bereiten könnten“, äußerte sich LTi 46ers-Cheftrainer Vladimir Bogojevic vor der Begegnung mit dem Tabellen-13. Mit dem Entwicklungsprozess, den sein Team im Training auch in den Tagen seit dem Berlin-Spiel durchlaufen habe, zeigt sich der Head Coach und Sportdirektor in Personalunion zufrieden. Auch in taktischer Hinsicht mache das Team weiter Fortschritte. „An Motivation mangelt es meinen Spielern nicht. Und wenn wir das, was im Training zu erkennen ist, am Samstag zu einhundert Prozent aufs Parkett bringen können, dann ist Artland zu knacken“, so Bogojevic, der mit viel Respekt, aber keinerlei Angst vor dem Gegner spricht, der in Adam Hess und Darren Fenn herausragende Einzelkönner besitze und tief besetzt sei. Bogojevic wünscht sich für den Samstagabend eine „kompromisslose Unterstützung“ durch die Fans: „Wir stehen vor 15 Endspielen. Das erste ist gegen Quakenbrück.“


