(Foto: Andreas Burmann)

Halbzeitpolster reicht zum 75:72-Auswärtssieg – 46ers erkämpfen Oberhand in Oldenburg

Vorlesen:

Am Samstagabend waren die JobStairs GIESSEN 46ers engagiert an der Arbeit und eroberten sich in der Halbzeit eine 15-Punkte-Führung. Diese sollten die heimischen Favoriten aus Oldenburg aber sukzessive einstampfen, sodass ein Herzschlagfinale mit den Topscorern Nuni Omot und Rickey Paulding als Hauptdarsteller in den Schlusssekunden die Entscheidung brachte. Während der Gießener Omot die Nerven an der Straflinie behielt, scheiterte die Oldenburg-Legende zweimal aus dem Spiel heraus. Letztendlich gewannen die Mittelhessen mit 75:72 und sicherten sich somit den dritten Sieg in der easyCredit BBL-Spielzeit 2021/22. Nun haben die JobStairs GIESSEN 46ers zwei Wochen Spielpause, um dann im Heimspiel am Freitagabend (3.12.) gegen Ulm nachzulegen.


Ohne den angeschlagenen Point Guard Bjarne Kraushaar traten die JobStairs GIESSEN 46ers mit folgender Formation in Niedersachsen an: Kyan Anderson, Jalen Tate, Maximilian Begue, Brayon Blake und Phillip Fayne II. Die Gastgeber starteten mit Phil Pressey, Alen Pjanic, Cameron Clark, Rickey Paulding und Tai Odiase.

Die Gießener setzten schnell mit einem Dreier von Blake ein Ausrufezeichen, welches Fayne II von der Freiwurflinie zur einem 4:0 (1.) leicht ausbaute. Die Oldenburger hatten aber auch mit dem Ex-46er Pjanic ein Alley-Oop-Highlight zu Anfang zu bieten, was im Gegenzug ein 4:0-Lauf der Gegenseite initiierte (4:4, 2.). Es entwickelte sich ein munterer Schlagabtausch, der mit dem Gießener Protagonisten Fayne II (6 Punkte) im Mittelpunkt stand (9:8, 4.). Zur Mitte des Viertels fanden die Mittelhessen die Abschlusshoheit mit Nuni Omot, Tate und Blake, was zum 17:8 (5.) führte und gleichzeitig zu einer Auszeit der EWE Baskets. Die Perimeter-Sicherheit der Gäste sollte sich mit gewandten Spielzügen Richtung Korb bewegen, was wiederum Kendale McCullum mit vier Zählern in Folge gekonnt nutzte (21:10, 7.). Während Breunig als einziger die schwer zu knackende Ganzfeldpresse der 46ers durchbrach, waren die Mittelhessen weiter im Kollektiv druckvoll mit Fastbreaks aus generierten Ballgewinnen zum 29:14 (8.) unterwegs. Den Donnervögeln verhalf ein Dreipunktespiel von Odiase sowie ein Dunking von Breunig zu wichtigen Zählern und ließ ein gutes erstes 46ers-Viertel mit 19:29 zu Ende gehen.

Den viertelübergreifenden 8:0-Lauf der EWE Baskets Oldenburg wussten die JobStairs GIESSEN 46ers mit einem Putback-Dunking von Omot einzudämmen (31:22, 12.). Bennet Hundt und Pressey riefen mit ihren Würfen aus der Distanz aber weiter zum niedersächsischen Angriff, den in dieser Phase nur Omot mit tatkräftigem Einsatz am Scoringboard beantworten konnte (38:30, 16.). Die Oldenburger Maschinerie kam dennoch weiter auf Touren und die griffige Verteidigung der Mittelhessen bekam leichte Risse, sodass Odiase unter dem Brett zum Korberfolg einlegte – doch der Gegenzug zeigte den Willen der 46ers, als der quirlige McCullum mit einem And-One zum 41:32 (17.) vollendete. In der Folgezeit strauchelten die Gießener zwar an der Freiwurflinie (11/21) und ließen sichere Punkte verstreichen, doch die kämpferische Attitüde und ein bestechender Omot (15 Punkte) im Angriffssektor, waren die Garanten einer 49:34-Halbzeitführung.

Der Pausentee beflügelte direkt in der ersten Angriffsszene Paulding, der vier Zähler markierte und in Zusammenarbeit mit Pjanic sowie Clark einen 11:0-Run etablierte (45:49, 22.). Die Auszeit von 46ers-Cheftrainer Pete Strobl folgte auf dem Fuße. Anderson war es dann per Durchsetzungskraft vergönnt, die ersten Punkte per Layup zu erzielen (51:45, 23.). Nachdem Kilian Binapfl mit Oberschenkelverletzung im zweiten Viertel bereits das Spielfeld verließ, musste Anderson leicht angeknockt in dieser Oldenburger Drangphase auf der Bank platznehmen. Blake übernahm die Leitung und hielt seine Farben mit seinen Zählern Mitte des Viertels mit 57:49 (25.) in Front. Paulding und Breunig hielten die Aufholjagd mit einem 4:0-Lauf aber weiter am Leben, die aber auch das Foulkontigent der Gastgeber beeinflusste, was wiederum Tate von der Bonuslinie bestrafte (59:53, 26.). Die Foulgrenzen waren nun bei beiden Teams durchbrochen und dies wussten vor allem die EWE Baskets mit Hundt und Breunig zum 57:59 (27.) zu nutzen. In den letzten drei Viertelminuten wirkten die Gießener wieder etwas kompakter in der Defense, was letztendlich zu einem marginalen 60:59-Vorteil führte.

Der finale Abschnitt gestaltete sich von beiden Seiten kampfeslustig, sodass die ersten Zähler von Paulding auf sich warten ließen. Bezeichnend war es, dass der Small Forward diese von der Freiwurflinie erzielte und dies den 60:60-Ausgleich bedeutete (32.). Die Gießener fanden nach vier Minuten in einer zähen Begegnung mit einem Dreipunktespiel von Omot den Weg auf das Scoringboard und eroberten ein 62:60 (34.). Während der 46ers-Forward seinen Bonuswurf liegen ließ, war es Paulding auf der anderen Seite, der einen Freiwurf verwandelte gemeinsam mit Clark, der mit der gleichen Disziplin agierte und zum 62:62 (35.) ausglich. Freiwürfe waren das Kerngeschäft und eine absolute Nervenbelastung für die Teams – während das Punktetableau spärlich frequentiert wurde, sollte McCullum mit zwei verwandelten Freiwürfen ein 65:62 (37.) erobern. Doch die Orgie der Strafwürfe verhalf wiederum den Hausherren über Paulding und Clark zum 65:65-Ausgleich (37.). Der Krimi bog in die Crunchtime ein, wo Paulding mit einem And-One das Blatt wendete (70:67, 38.). Die engagierten 46ers blieben verbissen und scorten mit Korblegern von Tate und McCullum zum 71:72 (39.). In den letzten elf Sekunden war es abermals der letztgenannte Spielmacher, der beherzt zum Korb zog und zum 73:72 einlegte (39.). Die finalen Angriffe über Paulding wehrten die JobStairs GIESSEN 46ers ab und Omot bewies mit seinen Zählern 18 und 19 im Gegenzug Nerven von der Freiwurflinie zum 75:72-Auswärtssieg.


Pete Strobl (Cheftrainer JobStairs GIESSEN 46ers): „Es ist schön, endlich einen Auswärtssieg zu genießen. Es war für meine Mannschaft sehr anstrengend. Wir hatten zuvor sehr schwache Spiele, in denen wir nicht das gemacht haben, was wir uns vorgenommen hatten. Deswegen hatten wir harte Trainingseinheiten, wo wir die Intensität und den Kampf abliefern wollten, wie wir in der ersten Halbzeit hier gezeigt haben. In der zweiten Halbzeit hatten wir natürlich etwas Glück, was auch dazugehört. Natürlich sind wir froh, dass wir auswärts gewonnen haben. Wir befinden uns weiterhin in einem Prozess mit vielen neuen Spielern, aber kommen voran und man sieht, dass wir gute Mannschaften schlagen können.“

Mladen Drijencic (Cheftrainer EWE Baskets Oldenburg): „Glückwunsch an Pete für das hart erkämpfte Spiel. Wir haben eine erste Halbzeit ganz schlecht absolviert ohne Energie und mit kurzer Rotation. Die Leute, die zur Verfügung standen, hätten mehr Leistung zeigen können – das ist sehr bitter für uns. Wir konnten die Verletzten zunächst nicht kompensieren. Die zweite Halbzeit war gut.“

EWE Baskets Oldenburg – JobStairs GIESSEN 46ers 72:75 (34:49)

Viertelergebnisse: 19:29, 15:20, 25:11, 13:15

EWE Baskets Oldenburg: Sebastian Herrera, Phil Pressey (6 Punkte), Martin Breunig (12), Cameron Clark (17,), Norris Agbakoko, Michal Michalak, Tai Odiase (7), T.J. Holyfield, Rickey Paulding (19), Bennet Hundt (4), Alen Pjanic (6)

JobStairs GIESSEN 46ers: Kendale McCullum (15), Nuni Omot (19), Dennis Nawrocki, Brayon Blake (9), Maximilian Begue (1), Tim Uhlemann, Jalen Tate (10), Kilian Binapfl, Florian Koch, Phillip Fayne II (12), John Bryant (1)

Zuschauer: 4.876 

Nächstes Spiel: Fr., 03.12.2021, 20.30 Uhr: JobStairs GIESSEN 46ers – ratiopharm ulm

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Letzte News