

Noch ein anderer Grund erschwerte die Vorbereitung auf den morgigen Gegner: Beim Spiel in Frankfurt zog sich Göttingens bis dato überragend aufspielender Neuzugang Clif Brown im letzten Viertel der Begegnung einen Mittelhandbruch zu, als er beim Versuch einen „loose Ball“ zu erhechten in die erste Stuhlreihe der Ballsporthalle in Frankfurt-Höchst krachte. Die Göttinger Verantwortlichen gingen tags darauf von einer rund sechswöchigen Pause für den US-Combo-Forward aus, der im Sommer aus der ersten israelischen Liga (Hapoel Galil Elyon) zur BG gewechselt war und in den ersten fünf Spielen zum Führungsspieler, mit Abstand besten Punktesammler (18,2 pro Spiel) und Rebounder (7,8 pS) des BG-Teams avancierte. Beim Cupspiel in Bremen fehlte Brown, und auch morgen in Gießen wird der 24-Jährige wohl nicht dabei sein können.

Mit Guard Roderick Trice und Forward Chris Oliver hat sich die BG 74 mit zwei Top-Spielern der vergangenen ProA-Saison verstärkt. Trice wurde für seine Leistungen bei den Cuxhaven Baskets in der letzten Saison zum „Spieler des Jahres“ gewählt, Oliver belegte den zweiten Rang. „Rocky“ Trice spielte übrigens am gleichen College (South Carolina) wie Ex-46er Chuck Eidson. Oliver musste einige Wochen pausieren, Ende August hatte er sich in einem Vorbereitungsspiel gegen Ludwigsburg einen Mittelfußknochen angebrochen, seit Anfang Oktober ist er aber wieder einsatzfähig. Eine Woche vor dem Saisonstart gaben die Göttinger noch zwei weitere Neuverpflichtungen für die Außenpositionen bekannt: Der 23-jährige US-Amerikaner Charles Lee, der schon lange auf der Wunschliste von Coach Patrick stand, verfügt bereits über Erfahrung aus der israelischen und der belgischen Liga. Sein Landsmann John Little (zuletzt für die Northern Iowa University in der NCAA aktiv) wurde als Backup auf der Pointguard-Position ins Team geholt.
Während sich die Gießener Verteidigung auf einen mit pfeilschnellen Spielern besetzten Göttinger Backcourt einstellen muss, bekommen es „Flo“ Hartenstein und Kollegen am Brett mit Jason Miller zu tun. Der 2,08 Meter große US-Center wechselte von Absteiger Jena ins Patrick-Team und hat bislang durchschnittlich 10,8 Punkte und 5,8 Rebounds zu Buche stehen. Bei der Pokalpartie in Bremen wurde Miller laut einer Meldung auf der BG-Website von Magen-Darm-Problemen beeinträchtigt, in 18 Minuten kam der 27-Jährige auf keinen Punkt.
„Wir konzentrieren uns auf uns selbst, versuchen, das durchzuziehen, was wir im Training erarbeitet haben“, möchte LTi 46ers-Assistenzcoach Gerald Wasshuber in der Vorausschau den Fokus gar nicht so sehr darauf richten, was beim Gegner passiert. Die eigenen Stärken zur Schau stellen ist am Samstag folgerichtig angesagt. Und da gilt es für das Team der LTi 46ers vor allem, die am Dienstag beim Pokalspiel in Jena (77:58) gezeigte Defensivleistung zu bestätigen, nachdem man in den vorangegangenen drei Bundesligaspielen im Schnitt 85 Punkte kassiert hatte. Sollte es der Cote-Truppe morgen gelingen, in der Defensive ähnlich gut zu harmonisieren wie in Jena oder beim ersten Saisonheimsieg gegen Bonn, dürfte eher mit einer punktearmen Partie zu rechnen sein, denn auch die weiterhin gerne Press über das ganze Feld verteidigenden Göttinger haben in ihren bisherigen fünf Saisonspielen allergrößten Wert darauf gelegt, nicht allzu viele Körbe eingeschenkt zu bekommen. Mit im Schnitt nur 66 Gegenpunkten pro Spiel sind sie statistisch gesehen augenblicklich sogar das abwehrstärkste Team der Liga.
Das Vorhaben, gegen Göttingen Saisonsieg Nummer drei und nach zwei Niederlagen in der Vorsaison den ersten Sieg überhaupt einzufahren, muss die Gießener Bundesligatruppe ohne Danny Lewis in Angriff nehmen. Der 38-jährige Spielmacher hat muskuläre Probleme im Rückenbereich und fällt für die morgige Begegnung aus.
Die Abendkasse öffnet um 18.30 Uhr.


