
Einem wahren Trauerspiel glich dieses vorletzte Heimspiel in der 42. BBL-Basketballsaison 2008/2009 gegen den zweifachen Meister, die Brose Baskets Bamb
„Wir dürfen uns keine Niedergeschlagenheit erlauben. Heute war es das erste Mal, dass wir die gewünschte Einstellung nicht von Anfang an an den Tag legen konnten, zeigte sich auch LTi 46ers- Head Coach Bogojevic sichtlich enttäuscht von der Leistung seiner Spieler. Ärgerlich mache ihn aber, so Bogojevic weiter, vor allem die Tatsache, dass „am Anfang auch die Zuversicht oder wenigstens der Wunsch nach Intensität gefehlt hat“. Zugleich machte er aber auch richtigerweise darauf aufmerksam, dass „wir auch diese Woche dezimiert aufgetreten sind.“
Darüber hinaus sollte man auch nicht vergessen, dass die Jungs vier Spiele in dreizehn Tagen absolvieren mussten, die ihnen sicherlich gehörig in den Knochen stecken. Und ein Ende des Spielmarathons ist noch nicht in Sicht. Denn bereits am Sonntag (15 Uhr, Ballsporthalle Ffm-Höchst) geht es zum nächsten Meisterschaftsanwärter DEUTSCHE BANK SKYLINERS nach Frankfurt. Damit es dort nicht zum letzten Hessenderby kommt, ist es jetzt an der Zeit, die letzten Kräfte zu bündeln und noch einmal neues Selbst-vertrauen tanken.

Nach einem durchaus zaghaften Auftakt hatten sich die Franken von Trainer Chris Fleming in der Osthalle warm gelaufen und ließen sich von der 46ers-Verteidigung fortan nicht mehr aufhalten. Über die Stationen 14:25 (Dreier Suput / 16.) und 18:31 (18.) erspielten sich die Franken bis zur Halbzeitpause eine deutliche 20:39-Führung. LTi 46ers-Teamkapitän „Flo“ Hartenstein war in dieser Phase der einzige Lichtblick. Sowohl in der Defensive als auch in der Offensive (6 Punkte, 3 Rebounds, 2 Steals) legte er ein ordentliches Spiel ab. Anders dagegen sein Centerkollege Robert Maras, der bei seinem Kurzeinsatz von den 46ers-Fans mit unfreundlichen Pfiffen bedacht wurde und eventuell auch dadurch entmutigt sehr unsicher auftrat.

Auch das Schlussviertel begann für die LTi GIESSEN 46ers und dessen Anhänger vielversprechend. Angefangen bei einem Layup von „Mike“ Umeh, der trotz einer blassen ersten Halbzeit am Ende 13 Punkte gesammelt hatte und damit erneut zum LTi 46ers Topscorer avancierte, kamen die Gießener im weiteren Verlauf den Bamberger Gäste noch einmal auf 12 Zähler (59:71 / 37.) heran, gefährlich konnten sie ihnen damit aber nicht mehr werden. So blieb die erhoffte Crunchtime aus und die LTi 46ers-Spieler gaben sich ihrem Schicksal hin. Der bereits zu Beginn geschilderte letzte Wurfversuch von Ricky Hickman aus dem Sitzen besiegelte die 66:71-Heimpleite der LTi GIESSEN 46ers.
Eine weitere Niederlage bei den absolut favorisierten Frankfurtern gilt es am Sonntag beim 20. Hessenderby so gut wie möglich zu verhindern, so dass man eine minimale Restchance auf den sportlichen Erhalt in der ersten Basketballbundesliga wahren kann.
Stimmen zum Spiel:
Baskets-Coach Chris Fleming: „Ich habe großes Verständnis für die Situation hier heute Abend und möchte vorweg sagen, dass die Mannschaft von der Qualität sicherlich nicht die Beste in der Liga ist und trotzdem bis zum Ende großartig gekämpft hat. Das ist eine sehr junge Mannschaft, die ein großes Kämpferherz besitzt. Deutlich kann man die Fingerprints des Trainers Vladi [Bogojevic] erkennen. Unter ihm haben sie einen deutlichen Sprung gemacht. Den Unterschied hat heute unsere Defensive gemacht. Wir haben von der ersten Minute hart verteidigt. Für uns war es sehr wichtig, so das Spiel mit harter Defensive prägen zu können. Im zweiten Viertel hat uns unsere Bank einen großen Schub gegeben. Dennoch großes Lob an die Gießener, die hart gekämpft haben. Unsere Reboundstärke unter dem Korb hat uns heute auch sicherlich geholfen. Dennoch hat die Gießener Verteidigung immerhin 19 Ballverluste verursacht.“
46ers-Coach Vladimir Bogojevic: „Erst einmal möchte ich mich herzlich für die Worte von Chris [Fleming] bedanken. Für meine geschundene Seele ist das wie Medizin. Natürlich hat uns heute die Verteidigung der Bamberger daran gehindert ins Spiel zu kommen. Vor allem bei Michael Umeh war deutlich sichtbar, dass sie alle Plays kannten. Nichtsdestotrotz sollten wir nicht vergessen, dass wir diese Woche wieder dezimiert aufgetreten sind. Am Anfang hat aber auch die Zuversicht oder wenigstens der Wunsch nach Intensität gefehlt. Wir brauchen uns nicht darüber zu unterhalten, dass die Bamberger von Anfang an das Spiel kontrolliert und souverän gewonnen haben. Ob die Beine heute schwer waren oder nicht, die Bamberger haben uns heute keine Chance gelassen, Vertrauen in unser Spiel zu bekommen.“
Punkteverteilung:
LTi GIESSEN 46ers: Umeh (13), Worthy (8), Hickman (3), Lischka (9), Maras (0), Poiger (0), Rouse (12), Freese (4), Schaffartzik (6), Hartenstein (6)
Brose Baskets Bamberg: Goldsberry (5), Schneider (0), Greene (4), Suput (23), Tadda (7), Newson (4), Garrett (0), Ohlbrecht (0), Rivera (8), Brown (14), Taylor (4), Wyrick (8)
Fotos: Mediashots Werbefotografie.


