Die LTi GIESSEN 46ers warten weiter auf den ersten Sieg in der neuen Basketball-Saison. In einer vorgezogenen Partie des 6. Beko BBL-Spieltages musste das Team von Cheftrainer Vladimir Bogojevic am Dienstagabend bei der MEG Göttingen die fünfte Niederlage einstecken. Vor 2325 Zuschauern in der Göttinger Lokhalle verloren die Mittelhessen mit 64:86 (32:42). Die Deutlichkeit des Endergebnisses täuscht aber ein wenig über den lange Zeit engeren Spielverlauf hinweg. Schon am Freitag geht es für die LTi 46ers mit einem Heimspiel gegen die Eisbären Bremerhaven weiter (Tip-Off um 20 Uhr, Sporthalle Ost).
Die Göttinger Fünf übte wie erwartet einen großen Defensivdruck aus. Die insgesamt 17 Ballverluste, die dem 46ers-Team während der 40 effektiven Spielminuten unterliefen, waren eine logische Folge des hohen Intensitätslevels, das die Göttinger Beko BBL-Truppe einmal mehr an den Tag legte. Dass die Anzahl der 46ers-Turnover gegen eine so intensiv verteidigende Mannschaft wie die Göttinger kein ungewöhnlicher Wert sind, haben die ersten beiden Göttinger Saisonspiele gezeigt, in denen sich die Artland Dragons (15 Ballverluste) und die Paderborn Baskets (21) in ähnlichen Dimensionen bewegten. „Vladi“ Bogojevic war nach der Partie auch nicht unzufrieden mit dem Ballvortrag seiner Schützlinge: „In Anbetracht der Göttinger Defensivstärke und der Tatsache, dass uns mit Lorenzo unser wichtigster Spielmacher gefehlt hat, sind wir gar nicht so schlecht mit dem Defensivdruck umgegangen. 17 Ballverluste sind gegen Göttingen fast ein ordentlicher Wert. Was uns aber weh getan hat, war der Umstand, dass Göttingen die allermeisten dieser Turnover in Punkte ummünzen konnte.“

Dass an dem Gießener Spiel jedoch bei weitem nicht alles schlecht war, zeigte sich auch nach Wiederbeginn. Hinten zwangen die 46ers Göttingen oft ins Set-Play und kontrollierten den Rebound, allen voran Power Forward Kevin Johnson (11 Rebounds, 7 defensive), vorne wurde der Ball immer wieder geschickt nach innen bewegt, was zu vielen Freiwürfen führte. Die Ausbeute von der Freiwurflinie war gut: 20 der 23 Würfe flutschten durch die Reuse. Beim 37:44 aus Gästesicht schien weiter noch alles drin zu sein (22.).
Nach dem 43:51 (25.) folgte dann aber wieder eine kurze Schwächephase des 46ers-Teams, die die Mannschaft von Coach John Patrick zu einem 12:4-Lauf nutzte. So ganz außer Reichweite eines Sieges mochten sich die Gießener aber auch nach dem 47:63 (28.) noch nicht bringen lassen. Mit sechs verwandelten Freiwürfen brachten Martin Kohlmaier (4/4) und Kevin Johnson (2/2) ihr Team vor der Viertelpause nochmal näher heran (53:63/30.). David Teague, am Ende mit 21 Punkten wieder bester Werfer auf Seiten der LTi 46ers, sorgte in der 33. Minute per Dreier dafür, dass der Punkterückstand der Gäste wieder nur noch einen einstelligen Wert aufwies (58:67). Nachdem Göttingens Flügel Robert Kulawick im Gegenzug aber seinen vierten von insgesamt fünf Dreiern an diesem Abend in der Gießener Reuse untergebracht hatte, waren die 46ers endgültig auf die Verliererstraße geraten. Alle Bemühungen, den Spielstand zu verknappen, misslangen, so dass Göttingen am Ende einen verdienten, wenn auch um ein paar Punkte zu hoch ausgefallenen Heimsieg feiern durfte.
„Vladi“ Bogojevic: „Es gibt in unserer Situation wohl keine unangenehmere Auswärtsreise als die nach Göttingen. Dennoch muss ich meiner jungen Mannschaft trotz der Niederlage ein Kompliment machen. Sie hat sich nach der im Düsseldorf-Spiel gezeigten schwachen Leistung heute wesentlich besser aus der Affäre gezogen. Die Niederlage ist am Ende zu hoch ausgefallen. Wir haben im Angriff diszipliniert gespielt, gut gereboundet, konnten dem Druck der Göttinger aber nur teilweise standhalten. Wir sind nach diesem temporeichen Spiel jetzt müde, werden die zweieinhalb Tage bis zum nächsten Heimspiel gegen Bremerhaven aber nutzen, um wieder zu Kräften zu kommen.“
Punkteverteilung:
LTi GIESSEN 46ers: Jacovic (4), Johnson (6), Kohlmaier (4), Theilig (0), Christen (n. e.), Weber (0), Reed (2), Teague (21), Freese (13), Tapuskovic (n. e.), Jeffers (11), Werner (3).
MEG Göttingen, beste Werfer: Oliver (21), Jacobsen (18), Kulawick (15), Rochestie, Boone (beide 12).


