Neue Arena? Phoenix Hagen macht mit einem offenen Brief Druck auf die Stadtoberen
Mit einem ungewöhnlich offenen, ja fordernden Brief haben die Verantwortlichen von Phoenix Hagen dieser Tage den Druck auf die Stadt bezüglich einer neuen Multifunktionsarena erhöht. „Ab dem Jahr 2032 gelten für die BBL neue infrastrukturelle Anforderungen. Eine Spielstätte mit einer Mindestkapazität von 4500 Zuschauern ist dann verpflichtend. Unter den derzeitigen Bedingungen ist eine Erstligazulassung somit für uns nicht möglich. Wir erwarten daher von der Stadt Hagen eine klare und verbindliche Perspektive zur Unterstützung beim Bau einer modernen Multifunktionsarena im Areal Westside. Eine solche Arena wäre nicht nur für den Basketball unverzichtbar, sondern auch ein starkes gemeinsames Projekt für den gesamten Profisportstandort Hagen – auch für den Handball“, haben sich die Südwestfalen zusammengetan mit Eintracht Hagen, die in der 2. Handball-Bundesliga überraschend weit vorne mitspielen.“
In dem von Pressesprecher Jörg Bähren veröffentlichten Schreiben werden die Macher des ProA-Spitzenreiters sogar noch deutlicher: „Unsere Spiele, unsere Fans, unsere mediale Präsenz und unser Engagement prägen das Bild, das viele Menschen mit Hagen verbinden. Für viele ist Phoenix zudem mehr als nur ein Verein, was der Schnitt von mehr als 3000 Zuschauern bei jedem Spiel und die damit verbundene Auslastung von 95 Prozent zeigen. Es ist ein Gefühl von Stolz und Leidenschaft, das damit verbunden wird. Dieses positive Image, das Phoenix Hagen für die Stadt trägt, muss auch in Zukunft gesichert und weiterentwickelt werden. Der Bau einer neuen Multifunktionsarena ist dafür die entscheidende Grundlage. Ohne diese Infrastruktur wäre die Zukunft von Phoenix Hagen als sportlicher und emotionaler Botschafter der Stadt gefährdet – und damit auch ein wichtiger Teil der Identität und Außenwirkung Hagens. Wir möchten betonen, dass es sich hierbei nicht um einen bloßen Wunsch, sondern um eine klare Erwartung handelt: Die Stadt Hagen muss gemeinsam mit uns – den Profisportvereinen – an einer tragfähigen Lösung arbeiten und die Planungen rechtzeitig auf den Weg bringen. Nur so kann der Profisportstandort Hagen langfristig bestehen und sich weiterentwickeln.“
Druck anderer Art verspüren die PS Karlsruhe LIONS, die mit erst drei Saisonsiegen im unteren Drittel der Tabelle stehen. Und deshalb ihren Kader ein wenig umgebaut haben. Diesem Refresh fiel Guard Will Ellis zum Opfer. Die sieben Punkte und zwei Assists, die der 26-Jährige bisher zum Gelingen hatte beitragen können, waren den Badenern offenbar zu wenig. Dem Löwen-Rudel neu gehören deshalb Regisseur Isaiah Hart und Big Man Brandon Porter an. Hart spielte in der vergangenen Saison noch für die ART Giants Düsseldorf, die sich freiwillig aus dem Unterhaus zurückgezogen haben. Der US-Amerikaner überzeugte am Rhein als effizienter Scorer und Führungsspieler. Im Schnitt schaffte er in Düsseldorf 16 Punkte und sechs Assists. Bei seiner Premiere, die Karlsruhe als 84:78-Sieger bei den Paderborn Baskets glückte, gelangen Hart immerhin 14 Zähler und vier Assists. Neu im Badischen ist auch Brandon Porter, der beim Erfolg in Ostwestfalen aber (noch) keine Rolle spielte und nur 118 Sekunden mitmischen durfte. Der Vertrag des 2,05 Meter großen Porter, der zuletzt in Kanada aktiv war, läuft zunächst bis Mitte Januar. Dann wird sich zeigen, ob die derzeit ausfallenden Julian Albus und Mikal Dawson wieder fit sind.
Auch die Nürnberg Falcons BC sind auf dem Transfermarkt nochmals aktiv geworden. Mit US-Guard Carter Whitt (Belmont University) haben sich die Mittelfranken einen 23-jährigen Playmaker an Land gezogen, der fünf Jahre lang in der NCAA 1 spielte. Sein Senior-Jahr absolvierte er im Trikot der Belmont Bruins. In 32 Einsätzen kam er durchschnittlich auf 13 Punkte, sechs Assists und fünf Rebounds. Whitt ging nach seiner Highschool-Zeit dann für zwei Jahre nach Wake Forest. 2022 wechselte er an die Furman University. In seinem letzten College-Jahr ging er in der Spielzeit 2024/2025 für Belmont auf Korbjagd. Nicht mehr für die Falken auflaufen wird indes Whitts Landsmann Cameron Parker. Der Tabellensiebte der ProA und der 26-jährige Aufbauspieler haben den Vertrag „in beidseitigem Einvernehmen“, wie es stets in Pressemitteilungen ebenso wortreich wie nichtssagend heißt, aufgelöst. Parker kam in der laufenden Saison sechsmal zum Einsatz und dabei im Durchschnitt auf vier Punkte und vier Assists bei knapp 18 Minuten Einsatzzeit.
Und dann sind da noch die Tigers Tübingen, die den Vertrag mit Connor Nelson vorzeitig um ein weiteres Jahr bis zum Ende der Saison 2026/27 verlängert haben. Der Deutsch-Amerikaner wechselte erst im Sommer von den Essex Rebels London aus Großbritannien ins Schwabenland. Aufgrund einer Sprunggelenksverletzung kam der 26-Jährige erst am vergangenen Wochenende bei der 71:86-Heimniederlage gegen die VfL SparkassenStars Bochum erstmals zum Einsatz. „Connor hat uns in der Vorbereitung total überzeugt. Er ist ein guter Schütze, ein feiner Charakter und passt hervorragend in unsere Mannschaft. Dass er in den letzten Wochen noch seinen deutschen Pass bekommen hat, macht ihn für uns natürlich sehr wertvoll“, begründete Sportdirektor Eric Detlev die frühzeitige Vertragsverlängerung.

