Noch lange kein altes Eisen

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Robin Benzing hängt bei den GIESSEN 46ers eine weitere Saison dran, „um unser großes Ziel Aufstieg endlich zu realisieren“.

Was sich schon seit einigen Monaten andeutete, ist endlich perfekt: Der Capitano geht nicht in Rente, er hängt eine weitere Saison, seine vierte, bei den GIESSEN 46ers dran. Um, wie Robin Benzing selbst sagt, „mitzuhelfen, unser großes Ziel Aufstieg endlich zu realisieren.“ 

Keine zwei Wochen nach der Verabschiedung der Mannschaft informierte der 37-Jährige am vergangenen Freitag sowohl Geschäftsführer Guido Heerstraß als auch seinen väterlichen Freund, Cheftrainer „Frenki“ Ignjatovic, dass es „meiner Familie und mir leichtgefallen ist, in Gießen zu bleiben. Weil wir uns an der Lahn sehr wohl fühlen, weil die Anhänger mir sehr viel Liebe, Respekt und Anerkennung entgegenbringen, vor allem aber, weil ich der festen Überzeugung bin, dass wir wieder eine schlagkräftige Mannschaft haben werden.“ 

Die von einem Mann geführt werden will, der 167 Länderspiele absolviert hat, der in Italien (Bologna), Uruguay (Montevideo), der Türkei (Istanbul) und Spanien (Saragossa) aktiv war, der deutschen Spitzenclubs (Bayern München, Ulm, Würzburg) angehörte, der Olympische Spiele sowie Welt- und Europameisterschaften bestritten hat. Und der nicht nur in der letzten Spielzeit gezeigt hat, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Männerturnverein, was willst du mehr?

„Robin hat uns alle überrascht. Er hat an seinem Körper gearbeitet und bewiesen, dass auch ein Profi in fortgeschrittenem Alter noch richtig fit sein kann“, freut sich Branislav Ignjatovic auf eine weitere Saison mit jenem Mann, den er schon vor zwei Jahrzehnten beim TV Langen gecoacht hat. Dass sich dieser Kreis nun schließt, hatten beide schon vor einem Jahr ins Auge gefasst. Die Saison 2025/26 in der BARMER 2. Basketball-Bundesliga ProA, in der der Familienvater aus Seeheim-Jugenheim seine Klasse eindrucksvoll unter Beweis stellte, offenbarte allerdings, dass Benzing den 46ers auch in seiner 21. Runde als Profi guttun sollte. 

Schließlich konnten sich die Stats des baumlangen Routiniers sehen lassen. Er stand in allen 43 Partien der Saison auf der Platte, im Schnitt rund 24 Minuten lang. Zwölf Punkte steuerte er durchschnittlich zum Gelingen bei, er versenkte jeden dritten Dreier und traf in stattlichen 28 Partien zweistellig. Seine Höhepunkte hatte der Powerforward bei der Niederlage in Köln (24 Punkte), im dritten Playoff-Match gegen Crailsheim (23) sowie beim Sieg in Göttingen (22). Beim Heimsieg gegen Paderborn pflückte er sieben Rebounds herunter, zum Hauptrundenabschluss gegen Koblenz gefiel er nicht nur mit Auge, sondern auch mit sechs Assists. 

„Robin hat meine Erwartungen mehr als erfüllt“, so „Frenki“ Ignjatovic über jenen Mann, den er als „Identifikationsfigur, die für uns nicht nur auf dem Feld, sondern auch in der Kabine sehr wichtig ist“, bezeichnet. „Ich hoffe, er wird auch nächste Saison auf dem Level der vergangenen acht Monate performen.“

Robin Benzing, der mit seiner Frau Katharina und Tochter Ainhoa in der Nähe von Koblenz lebt, gibt die lobenden Worte seines Übungsleiters gerne zurück. „Ich werde wieder einmal alles geben. Ich freue mich, wenn es im August wieder losgeht.“ Vorher aber heißt es, erst einmal die Füße im Urlaub hochlegen. In zwei Wochen, wenn es in Rheinland-Pfalz Ferien gibt, ist es endlich soweit …

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