Am Ende läuft nichts mehr zusammen

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Misslungene Heimpremiere für die neuformierte Mannschaft der LTi GIESSEN 46ers: Am Donnerstagabend ging das Testspiel gegen ProA-Ligist BV Chemnitz 99 mit 60:68 (34:24) verloren. 620 Basketballfans waren in die Sporthalle Gießen-Ost gekommen, um sich einen ersten Eindruck von dem Team und den Neuzugängen zu verschaffen. Leider konnten die in den neuen roten Heimtrikots aufgelaufenen LTi 46ers-Korbjäger nicht an die Leistung anknüpfen, die sie zwei Tage zuvor bei dem 73:66-Sieg in Frankfurt gegen den Ligarivalen DEUTSCHE BANK SKYLINERS über weite Strecken der Partie gezeigt hatten.

Der statistisch signifikanteste Unterschied zwischen dem Spiel in Frankfurt und dem Heimauftritt am Donnerstag war bei der Trefferquote aus dem Dreipunktebereich auszumachen: Hatte der Beko BBL-Vertreter aus Mittelhessen am Dienstag noch mehr als die Hälfte (7 von 12) seiner Dreipunkteversuche im Korb der DEUTSCHE BANK SKYLINERS untergebracht, fand gegen Chemnitz kein einziger der insgesamt 14 Versuche von jenseits der nun 6,75 Meter vom Korb entfernten Linie den Weg durch den gegnerischen Ring.

Trotzdem sah lange Zeit alles nach einem sicheren Erfolg des Heimteams aus, das die klassentieferen Gäste aus dem Freistaat Sachsen drei Viertel lang unter Kontrolle hielt. Die höchste Führung hatten die LTi 46ers in der 24. Minute beim Stande von 44:28 inne. Kurz zuvor war der lauteste Jubel des gesamten Abends in der Osthalle aufgebrandet, nachdem US-Neuzugang Ryan Brooks, mit 19 Punkten erfolgreichster Punktesammler der Partie, innerhalb von wenigen Sekunden zwei Ballgewinne in krachende Slam Dunks umgemünzt hatte.

Auch zu Beginn des letzten Viertels lag die Führung der Hausherren nach zwei Blocks von Jannik Freese weiterhin im zweistelligen Bereich (54:42/31.). In der restlichen Spielzeit wollte bei den LTi 46ers offensiv wie defensiv jedoch rein gar nichts mehr zusammenlaufen, das Team aus Chemnitz übernahm mit einem 14:0-Lauf die Führung (54:56/36.) und konnte sich am Ende auch aufgrund von 13 Ballverlusten der LTi 46ers in Halbzeit zwei über den Auswärtssieg freuen.

Head Coach Vladimir Bogojevic: „Es ist ärgerlich, dass wir unseren Fans keine bessere Vorstellung geboten haben. Dass die Dreier heute nicht gefallen sind, bereitet mir keine Sorgen, ich weiß, dass wir gute Werfer in unserem Team haben. Was mich stört ist, dass wir uns am Ende vom Gegner haben ‚auskämpfen‘ lassen und einige Dinge, die wir im Training schon behandelt haben, heute nicht gut umgesetzt haben. Außerdem haben wir den Ball nicht immer ans Brett gebracht, wenn unsere großen Spieler in guter Position waren. Zum Teil ist das sicher auch der hohen Trainingsbelastung geschuldet gewesen. Trotzdem müssen wir das Spiel gewinnen, die Führung durften wir uns nicht mehr aus der Hand nehmen lassen. Ansonsten fällt die Analyse ähnlich wie nach dem Franfurt-Spiel aus: Wir haben gesehen, dass wir einiges an individueller Qualität in unserem Kader haben, uns aber offensiv wie defensiv noch die Feinabstimmung fehlt. Da haben wir in den nächsten Wochen noch viel zu erledigen.“

Neben dem noch zu verpflichtenden Starter für die Position eins fehlte auf Seiten der LTi 46ers gegen Chemnitz auch noch Mathias Perl (grippaler Infekt): Von den drei zu Beginn der Partie auf der Bank sitzenden Perspektivspielern aus dem NBBL-Team der LTi 46ers Juniors, neben Javon Baumann waren diesmal auch noch Robin Pflüger und Dominic Lockhart dabei, profitierte letzterer davon, dass mit Viktor Jacovic nur ein etatmäßiger Aufbauspieler im Team stand. Der im Juli 16 Jahre alt gewordene Lockhart debütierte im Gießener Beko BBL-Team und kam gegen Chemnitz neun Minuten zum Einsatz. Von Anfang bis Mitte August hatte Lockhart bei der U16-Europameisterschaft in Montenegro mit im Schnitt sieben Punkten und acht Rebounds pro Begegnung mitgeholfen, den Verbleib des deutschen U16-Nationalteams in der A-Division sicherzustellen.

Am Freitag, den 10. September, steht für die LTi 46ers beim mit starken Teams besetzten SWG-Cup in Lich gegen die Telekom Baskets Bonn das nächste Testspiel auf dem Programm. Bei dem Turnier in Lich trifft die Bogojevic-Truppe außerdem auf die Artland Dragons (11.09.) und den finnischen Meister Pyrinto Tampere (12.09.).

Für die LTi 46ers spielten: Smith (1 Punkt, 29 Minuten), Freese (8 Punkte, 5 Rebounds, 5 gezogene Fouls, 2 Blocks, 15 Minuten), Mädrich (6 Punkte, 3 Rebounds, 14 Minuten), Schwartz (1 Punkt, 14 Minuten), Ovcina (6 Punkte, 5 Rebounds, 26 Minuten), Jacovic (5 Punkte, 4 Rebounds, 24 Minuten), Brooks (19 Punkte, 8/11 Zweier, 4 Rebounds, 2 Ballgewinne, 33 Minuten), Tapuskovic (0 Punkte, 11 Minuten), Peacock (14 Punkte, 7 Rebounds, 5 gezogene Fouls, 2 Ballgewinne, 25 Minuten), Baumann (nicht eingesetzt), Pflüger (nicht eingesetzt), Lockhart (0 Punkte, 3 Rebounds, 9 Minuten).

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