Erste Entscheidungen sind gefallen: Die Uni Baskets Münster und die Bayer Giants Leverkusen steigen aus der ProA ab.
Zwei Spieltage vor dem Hauptrundenende in der BARMER 2. Basketball-Bundesliga sind die ersten Entscheidungen bereits gefallen. Die bedeutendsten: Schlusslicht Uni Baskets Münster und Tabellenvordermann Bayer Giants Leverkusen steigen in die ProB ab. Mit der BG Göttingen, den Eisbären Bremerhaven und den Artland Dragons streiten noch drei Teams um die zwei noch zu vergebenden Ränge, die im Playoff-Viertelfinale das Heimrecht garantieren. Und den PS Karlsruhe LIONS fehlt theoretisch nur noch ein Sieg, um den Einzug in die K.o.-Runde sicher zu haben.
Münster lieferte den Artland Dragons einen großen Kampf, musste sich am Ende aber mit 82:84 geschlagen geben. „Es ist traurig und schade, vor allem für unsere Fans, die die Halle voll machen mit einer geilen Stimmung und uns das ganze Jahr ohne Ende unterstützt haben. Aber wir müssen das so akzeptieren, wie es jetzt ist“, zeigte sich Uni-Trainer Götz Rohdewald verständlicherweise enttäuscht davon, dass Münster nur vier Jahre in der ProA durchhielt. Curtis Jones markierte 30 Punkte, der nach seiner langen Verletzungspause immer besser in Schwung kommende Adam Touray schrammte nur knapp an einem Double-Double (17 Punkte, neun Rebounds) vorbei. Und die Deckung funktionierte, denn die beiden Liga-Topscorer Benjamin Forrest (18) und Amir Hinton (15) blieben hinter den Erwartungen zurück. Dennoch hatte Quakenbrück das bessere Ende für sich.
Absteigen nach nur einem Jahr in Liga zwei müssen auch die „Giganten“ aus Leverkusen, die im Duell der beiden letztjährigen ProB-Finalisten gegen die SBB Baskets Wolmirstedt mit 70:77 den Kürzeren zogen. Was die Gäste aus Sachsen-Anhalt auch ihrem neuen Coach und früheren Gießener Spielmacher Achmadschah Zazai zu verdanken hatten, der in den sechs Partien nach seinem Einstieg immerhin vier Erfolge verbuchte. Kein Wunder also, dass „Cha Cha“ nach Spielende minutenlang und in sich gekehrt im Kabinengang der Ostermann-Arena saß und den Ligaverbleib im Stillen genoss. Dass die Baskets in Michael Hughes III (16 Punkte, 13 Rebounds) den überragenden Akteur des Abends aufzubieten hatten, spielte Zazai in die Karten. Die Gratulation von Leverkusens Coach Mike Koch, ebenso wie Zazai ein Mann mit Gießener Vergangenheit, war dem letztjährigen Düsseldorfer Übungsleiter gewiss: „Am Ende war Wolmirstedt die cleverere Mannschaft und hat in der Schlussphase die besseren Entscheidungen getroffen.“
Koch meinte damit den zweiten Abschnitt, in dem die Gäste zunächst den besseren Start erwischten. Nigel Pruitt sorgte für die erste zweistellige Führung für Wolmirstedt (50:40, 23.), doch die Giants hielten dagegen, antworteten mit einem 15:0-Lauf und drehten die Partie (55:50, 27.). Fünf Minuten vor dem Ende lag Leverkusen 65:60 vorn. In den folgenden Minuten jedoch verloren die Rheinländer den Rhythmus und blieben fast vier Minuten ohne Punkte. Wolmirstedt nutzte diese Phase konsequent aus. 14 Sekunden vor Schluss stellte Daivien Williamson per Freiwurf auf 75:70 und sorgte damit für die Vorentscheidung. Die Gründe für die Niederlage der Farbenstädter lagen an der Freiwurflinie beziehungsweise an der Schussquote von Downtown: Bayer brachte nur 63 Prozent seiner Freiwürfe (15 von 24) im Korb des Gegners unter und traf nur sieben Dreier; 25 verfehlten dagegen ihr Ziel. Am Ende atmeten die SBB Baskets tief durch, denn sie kontrollierten die Rebounds (49:38) und behielten an der Freiwurflinie bei 75 Prozent Trefferquote die Nerven.
Die BG Göttingen hat indes die Entscheidung um das vorzeitige Heimrecht fürs Playoff-Viertelfinale fast fahrlässig noch aus der Hand gegeben. Die Mannschaft von Headcoach Fabian Strauß verlor bei den Nürnberg Falcons knapp mit 69:70, weil Jordan Sears sich wenig clever anstellte. Julius Böhmer hatte die Süd-Niedersachsen vier Sekunden vor dem Ende von der Freiwurflinie auf 69:67 in Führung gebracht, ehe der Regisseur der „Veilchen“ Vincent Friederici beim Buzzerbeater-Dreier in den Arm griff. Der Guard der Franken verwandelte alle drei Freiwürfe zum Erfolg, durch den die Männer von Cheftrainer Ralph Junge ihren Playoff-Traum noch nicht begraben mussten.
Bei den PS Karlsruhe LIONS, die nach dem 86:83-Sieg über die Eisbären Bremerhaven noch immer in Richtung K.o.-Runde schielen, hat unterdessen Pointguard Isaiah Hart seinen Vertrag um ein Jahr verlängert. Der 26-Jährige, der vergangene Runde noch für die ART Giants Düsseldorf auf dem Parkett stand, kam im November neu in den Löwenkäfig. Mit im Schnitt 16 Punkten und fünf Assists gehört der Regisseur aus Georgia zu den konstantesten Scorern des gesamten Unterhauses.
Und dann sind da noch die RheinStars Köln, die ihren überraschenden 87:77-Erfolg bei den GIESSEN 46ers schon ohne Kenny Baptiste feiern durften. Der Franzose kehrte, so die offizielle Mitteilung des Clubs, „aus privaten Gründen“ in seine Heimat zurück. „Kenny hat uns nach dem erreichten Klassenerhalt und dem Verpassen der Playoffs um die Auflösung seines Vertrags gebeten“, so Sport-Geschäftsführer Stephan Baeck. Der 26-Jährige kam zur Rückrunde zum Neuling und absolvierte insgesamt 14 Spiele für die RheinStars. Er stand durchschnittlich gut 27 Minuten auf dem Feld, markierte zwölf Punkte und holte sieben Rebounds. Mit einer Feldwurfquote von 63 Prozent war er in der Zeit prozentual betrachtet der sicherste Kölner Schütze sowie der beste Rebounder. Was den Sieg der Rheinländer in der Osthalle umso erstaunlicher erscheinen lässt …


