Hessenderby und seine Besonderheiten – Cheftrainer Rolf Scholz im Interview

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Vor dem Hessenderby am kommenden Samstag, den 13. März in Frankfurt gab Cheftrainer Rolf Scholz seine Eindrücke und Erwartungen zu dieser Partei preis. Dabei fehlen insbesondere die Fans bei so einer Begegnung, die die Akteure unterstützen und den Spielern die Besonderheit vermitteln.


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Rolf, am Samstag steht das große Hessenderby an. Du konntest schon mit den Rackelos einige Derbys bestreiten und standest beim Hinspielsieg an der Coachinglinie. Ist es für dich eigentlich ein besonderes Spiel gegen Frankfurt?

Es ist immer etwas Besonderes, gegen Frankfurt zu spielen. Auch wenn ein Derby ohne Fans nur ein halbes Derby ist, hat es einen ganz besonderen Charakter.

Wie vermittelst du als Gießener deinen Spielern diese spezielle Konstellation. Gibt es da eine Methodik oder wird deswegen kein besonderes Aufheben gemacht?

Sportlich bereiten wir dieses Spiel genauso akribisch vor, wie jedes andere auch. Aber wie oben schon gesagt, es wird schwer werden, den Spielern, die das noch nicht erlebt haben, diesen besonderen Charakter des Hessenderbys zu vermitteln, wenn die Fans nicht vor Ort sein können. Dennoch glaube ich, dass allen klar ist, dass es in vielerlei Hinsicht ein Spiel von großer Bedeutung ist.

Der Club steht nach den Niederlagen gegen Weißenfels und Bonn ordentlich im Fadenkreuz. Wie geht man damit persönlich und als Team um?

Ich glaube, es ist wichtig den Spagat zu halten. Einerseits müssen wir alle positiv bleiben und so lange der Klassenerhalt rechnerisch möglich ist, alles dran setzen, dass wir diesen im Kollektiv schaffen. Andererseits sind wir natürlich mit der Ernsthaftigkeit des Augenblicks konfrontiert und allen muss klar sein, dass jeder Einzelne zu jeder Zeit gefragt ist, Höchstleistung abzurufen. Das bedeutet für uns alle, dass wir jeden Tag mit vollem Fokus zur Arbeit erscheinen und weiterhin hart daran arbeiten, Fehler auszumerzen und uns zu verbessern.

Kann die Partie gegen die FRAPORT SKYLINERS eine Art Brustlöser werden, wenn ihr dieses Spiel für euch entscheiden könnt. Gerade wegen der Derbythematik oder auch wegen dem Defense-Stil des Gegners?

Natürlich würde uns ein Sieg in unserer aktuellen Situation sehr helfen, insbesondere in puncto Selbstvertrauen. Um in der Bundesliga zu bestehen, müssen wir Woche für Woche an unser Maximum gehen und vielleicht sogar ein wenig überperformen. Auch unabhängig vom Ergebnis muss unser Ziel sein, alles was wir haben auf dem Parkett zu lassen, um mit erhobenem Kopf die Halle zu verlassen.

Mit deinem Kollegen Sebastian Gleim hast du dich schon in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB duelliert, sodass du ihn schon ein wenig beschreiben kannst. Was zeichnet seine Mannschaften denn aus? Und was müsst ihr hinbekommen, damit in der Fraport Arena die Gießener jubeln dürfen?

Zunächst einmal ist es das Duell zweier Mannschaften. Ich denke wir Trainer dürfen uns in diesem Kontext nie zu wichtig nehmen. Sebastian macht in Frankfurt seit vielen Jahren einen tollen Job. Seine Teams verteidigen in der Regel mit viel Energie und sind im Angriff schwer auszurechnen. Damit wir in Frankfurt bestehen können, müssen wir diese Energie matchen und über die gesamte Spieldauer positiv bleiben und an uns als Team glauben.

Ein paar Worte zu dem SYKLINERS-Spieler überhaupt: Quantez Robertson. Wie siehst du seine Rolle in dem Team und mit wem würdest du ihn auf 46ers-Seite vergleichen?

Spieler wie Robertson sind natürlich nicht nur für Frankfurt eine Identifikationsfigur, sondern Repräsentanten der Liga und lassen sich grundsätzlich schwer miteinander vergleichen. Es ist erstaunlich und verdient allen Respekt, wenn man sieht, wie er seit so vielen Jahren in der Lage ist, konstant gut zu performen und seine Rolle auszuüben. Das steht und fällt mit der Identifikation mit einem Standort und ist etwas sehr Wertvolles, das sich nicht nur im Boxscore ablesen lässt.

Eine abschließende Frage noch zur leeren Halle. Wie bitter ist das eigentlich für dich, dass keine Fans in so einer brisanten Begegnung dabei sein können? Spürst diese Auswirkungen im Augenblick des Geschehens oder ist der Fokus dann nur noch auf dem Court?

Es ist gerade in unserer Situation unfassbar schwer, ohne die Fans auskommen zu müssen. Die Fan-Base hier in Gießen ist über viele Jahrzehnte gewachsen, sehr wichtig und gewichtig. Ich glaube, dass sie einen wichtigen Faktor im Abstiegskampf ausmachen können. Dass wir da vor leeren Rängen kämpfen müssen, macht es insgesamt nicht leichter. Und um es umzukehren glaube ich auch, dass es auch für die Fans nicht leicht ist, die Spiele nur aus der Ferne anschauen und nicht vor Ort unterstützen zu können. Sie fehlen sehr.

Vielen Dank, Rolf. Wir wünschen dem Team und dir viel Erfolg!

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