Nach dem Auftakterfolg gegen die Telekom Baskets Bonn haben die LTi GIESSEN 46ers am zweiten Spieltag der Beko Basketball Bundesliga-Saison 2010/2011 ein weiteres Ausrufezeichen gesetzt. Im Auswärtsspiel bei der EnBW Ludwigsburg siegte das Team von Cheftrainer Vladimir Bogojevic am Freitagabend mit 64:58 (32:30). Letztmals waren die 46ers am 17. April 2005 mit einem Erfolg aus Ludwigsburg zurückgekehrt (84:74), zugleich war es das erste Mal seit der Spielzeit 2005/2006, dass die Mannschaft aus der Lahnstadt ihren ersten Auswärtsauftritt zu Saisonbeginn siegreich gestalten konnte.

Gießens Chefcoach Vladimir Bogojevic schickte in der Arena Ludwigsburg mit Giorgi Gamqrelidze, Anthony Smith, Ryan Brooks, Zach Peacock und Elvir Ovcina die selbe Fünf an den Start wie am vergangenen Samstag beim Saisonauftaktspiel gegen die Telekom Baskets Bonn. Auffällig in Hälfte eins: Die LTi 46ers feuerten in den ersten 20 Minuten lediglich einen Dreipunkteversuch auf den Korb der Gastgeber ab, suchten und fanden dagegen immer wieder den Abschluss in Brettnähe, wo sich Zach Peacock und Elvir Ovcina immer wieder gut in Szene setzten und zudem mit guten Anspielen versorgt wurden.
Nach einem durchwachsenen Start – Ludwigsburg lag in der fünften Minute mit 13:9 vorne – wendete sich das Blatt zugunsten des Gießener Teams, das defensiv zulegen konnte und dem Gegner in den finalen fünf Minuten des Eröffnungsviertels nurmehr zwei Punkte gestattete. Mit einem 10:0-Lauf übernahmen die LTi 46ers die Führung (19:13/9.).
Über weite Strecken kein Augenschmaus war das zweite Viertel, in dem die Mannen aus Mittelhessen bis zur 18. Minute (28:24 für Ludwigsburg) mit einer zu hohen Fehlerquote agierten. Ein verbessertes Auftreten in den letzten zwei Minuten, verbunden mit einer 8:2-Punktausbeute, sorgte gleichwohl für die 32:30-Pausenführung der Bogojevic-Truppe, bei der Neuzugang Tyler Kepkay am Ende des ersten und zu Beginn des zweiten Viertels für zweieinhalb Minuten zum Einsatz kam.

In den letzten Minuten erlebten die Basketballfans einen Krimi: Anthony Smith traf in der 36. Minute nach zuvor vier Fehlversuchen nicht nur seinen ersten Wurf aus dem Feld, sondern gleichzeitig auch den ersten und einzigen Gäste-Dreier (von insgesamt sieben) an diesem Abend und brachte den mittelhessischen Beko BBL-Vertreter mit 54:50 in Front. In der 38. Minute hatten dann wieder die Hausherren nach einem Dreier von Alex Harris die Nase vorn 55:54, insgesamt fielen allerdings nur drei von 17 Würfen des EnBW-Teams von jenseits der 6,75-Meter vom Korb entfernten Dreierlinie durchs Netz.
Ein Ballgewinn von Giorgi Gamqrelidze läutete die erneute Gießener Führung durch zwei Freiwürfe von Anthony Smith (56:55) ein, Ryan Brooks legte aus der Mitteldistanz zum 58:55 nach (39.). Ludwigsburgs Aufbauspieler Jerry Green traf 42 Sekunden vor dem Ende nur einen von zwei Freiwürfen, erneut Brooks schraubte den Vorsprung bei einer Restspielzeit von 28 Sekunden aus der Mitteldistanz auf vier Punkte. Da der 22-jährige Brooks in den Schluss-Sekunden auch an der Freiwurflinie Nervenstärke bewies und vier von vier Versuchen durch die Reuse beförderte, war der Sieg der LTi 46ers perfekt.
Vladi Bogojevic: „Wir haben uns diesen Sieg heute verdient, das war kein einfaches Spiel. Wir haben sehr intensiv verteidigt und unseren Gegner unter 60 Punkten gehalten. Ich bin stolz auf meine junge Mannschaft. Es war nicht alles optimal, wir können einige Sachen noch besser kontrollieren, aber nochmal: wir befinden uns in einer Entwicklung. Wichtig ist, dass die Mannschaft sich daran hält, die Vorgaben umzusetzen. Wir haben konzentriert verteidigt, die Intensität, mit der wir agieren, ist in Ordnung. Wir haben auch in schwierigen Phasen nicht den Kopf hängen lassen und die Ruhe bewahrt.“
Punkteverteilung LTi 46ers: Brooks (24), Peacock (16), Ovcina (16), Smith (5), Freese (3), Gamqrelidze, Perl, Schwartz, Mädrich, Kepkay.
EnBW Ludwigsburg, beste Werfer: Rickert (16), Harris (12), Bowler (10).


