Die LTi GIESSEN 46ers sind mit einer Niederlage in die BBL-Saison 2008/2009 gestartet. Bei den EWE Baskets Oldenburg verloren die Mittelhessen am Samstagabend mit 64:91. Eine derartige Klatsche hatte sich vor nicht vollbesetzten Rängen (2654 zahlende Zuschauer besuchten die EWE Arena) zunächst überhaupt nicht angedeutet.

Eingeleitet von einem Dreier von Maurice Jeffers zum 6:3 erspielten sich die 46ers anschließend Vorteile: Mit ihrer Mann-Mann-Halbfeldverteidigung stellten sie den Playoff-Halbfinalisten der letzten Saison vor große Probleme, des Öfteren mussten die Gastgeber mit Ablauf der Schussuhr Notwürfe auf den Gießener Korb abfeuern. Lediglich vier von 17 Feldwürfen der EWE Baskets im ersten Viertel fanden ihr Ziel. Lediglich die sechs Offensivrebounds, die Oldenburg in den ersten zehn Minuten einsammelte, trübten das positive Gesamtbild der Gießener Defense im ersten Viertel ein wenig. Im Angriff ging bei den Mittelhessen viel über die Innenspieler, von denen vor allem Gerrit Terdenge mit seinem bekannten Fade away jumper brillierte: Nicht weniger als dreimal war der 33-jährige Power Forward des 46ers-Teams bis zur zehnten Minute mit seinem Paradewurf erfolgreich, nach dem ersten Viertel lagen die Gäste über die Stationen 11:5 (5.) und 15:11 (9.) mit 17:13 vorne.

Auf der anderen Seite hielt lediglich Maurice Jeffers die 46ers im Spiel (37:31), doch ein 7:0-Run der EWE Baskets bis zur Pause brachte die Gäste erstmals zweistellig in Rückstand. Ganz bitter die Situation 1,7 Sekunden vor Ende der ersten Hälfte, als ein Missverständnis zwischen Robert Maras und Heiko Schaffartzik bei einem Grundlinieneinwurf zu einem Ballverlust führte, den Oldenburgs Point Guard Jason Gardner mit dem Ertönen der Halbzeitsirene mit einem weiteren erfolgreichen Dreipunktewurf zur 44:31-Halbzeitführung bestrafte.
In diesem Stil ging es im dritten Viertel leider weiter. Gegen eine Oldenburger Verteidigung, die spätestens ab Mitte des zweiten Viertels mit einer sehr hohen Intensität agierte, war die 46ers-Fünf offensiv nun vollkommen von der Rolle. Der immense Druck, den die Hausherren im Eins-gegen-Eins ausübten und mit dem sie die Gießener Passwege „zu“ machten, führte dazu, dass die 46ers im dritten Viertel neun Ballverluste zu verzeichnen hatten, sich kaum einmal eine gute Wurfoption herausspielen konnten und das Zusammenspiel im Angriff mit zunehmender Spielzeit immer mehr von Einzelaktionen abgelöst wurde.

Gießens Head Coach Simon Cote äußerte sich nach dem Spiel wie folgt: „Gratulation an Oldenburg. Wir haben heute hier gegen ein starkes und gut gecoachtes Oldenburger Team verloren. Wir haben gut begonnen, gekämpft, zusammen gespielt und uns eine Führung erarbeitet, obwohl wir bis dahin auch nicht fehlerfrei agiert haben. Im zweiten Viertel hat Pekovic dann eine sehr starke Phase gehabt, was auch an unserer schlechten Verteidigung lag. Oldenburg konnte daraus Kapital schlagen und einen Lauf starten, von dem wir uns nicht mehr erholen konnten. Das heute war ein Spiel, aus dem wir lernen werden. Wir wissen, dass wir noch eine Menge Arbeit vor uns haben, um für das Berlin-Spiel am nächsten Samstag bereit zu sein.“
„Das war heute ein wichtiger Sieg für uns. Ich bin froh, dass wir auf diese Art und Weise in die Saison gestartet sind. Nach einem nervösen Start ist es uns gelungen, durch gesteigerte Intensität in Angriff und Verteidigung, das Spiel in den Griff zu bekommen. Ich möchte meinen Spielern zu einer guten Leistung gratulieren und mich beim Publikum für die tolle Unterstützung bedanken“, meinte Oldenburgs Coach Predrag Krunic.
EWE Baskets Oldenburg: Scekic (12), Buljevic (6), Strauch (2), Foster (15), Majstorovic (2), Perkovic (5), Hain (2), Gardner (12), Paulding (6), Pekovic (22), Boumtje Boumtje (7).
LTI GIESSEN 46ers: Jeffers (14), Umeh (7), Terdenge (8), Lewis (0), Lischka (11), Maras (5), Rouse (0), Freese (2), Schaffartzik (5), Taylor (0), Hartenstein (12).


