46ers gewinnen beim 92:88-Testspielsieg erstmals unter „Frenki“ Ignjatovic bei den „Feuervögeln“ und zeigen sich gerüstet für das Pokalduell kommenden Sonntag (15 Uhr) gegen RASTA Vechta.
Ja, sie haben ihre Hausaufgaben gemacht. Ja, sie sind gut vorbereitet. Ja, sie strahlen Selbstvertrauen aus. Und ja, RASTA Vechta kann kommen! „Wir können auch gegen richtig gute Teams gewinnen“, sandte Kapitän Robin Benzing am Samstagabend ein Signal in seine Mannschaft hinein, ein klein wenig aber auch gen Norddeutsche Tiefebene aus, nachdem die GIESSEN 46ers ihr letztes von sechs Vorbereitungsspielen beim Erzrivalen Phoenix Hagen mit 92:88 (45:52) zu ihren Gunsten entschieden hatten. Und damit die knapp 1000 Besucher in der Ischelandhalle nicht unbedingt zum Schweigen gebracht, aber dennoch beeindruckt zurückgelassen hatten.
„Ich wiederhole mich ungern, aber es war nur ein Test“, versuchte Cheftrainer „Frenki“ Ignjatovic die Euphorie ein wenig in Grenzen zu halten. „Vechta hat nochmal ein ganz anderes Level.“ Eines, das die Mittelhessen am kommenden Sonntag (15 Uhr) in Runde eins des BBL-Pokals aber zumindest mal auf den Prüfstand stellen wollen.
Im südlichen Westfalen präsentierten sich die 46ers erstmals in ihrer bisher fünfwöchigen Vorbereitung komplett, gefestigt, hinten meist sattelfest und vorne oft eiskalt. „In Hagen gewinnen nicht viele. Für uns jedenfalls ist es ein völlig neues Gefühl“, hatte der Gießener Übungsleiter nur zu gut noch auf dem Radar, dass es unter seiner Regie, die er in der Osthalle inzwischen in der vierten Spielzeit der BARMER 2. Basketball-Bundesliga ProA inszenieren darf, bislang nur auf die Mütze gegeben hatte.
Nicht so am Samstag, an dem sich der erst am Dienstag am Rhein-Main-Flughafen angekommene Kroate Martin Junakovic als perfekte Ergänzung zu Regisseur Simon Krajcovic präsentierte und an dem der Ex-Bremerhavener Daniel Norl zum 46ers-Topscorer avancierte. „Alle Neuzugänge haben mich heute überzeugt. Wir werden noch viel Freunde an ihnen haben“, zeigte sich Branislav Ignjatovic angetan davon, zusammen mit seinem Assistenten Nikola Stanic offenbar die richtige Auswahl getroffen zu haben.
Zwar lagen die Gäste am schon morgens um 9 Uhr startenden „REWE-Familientag“ schnell mit 9:20 (6.) zurück, hatten diese Scharte nach einem 11:0-Run und den zwischenzeitlich ersten beiden Junakovic-Punkten im neuen, schwarz-weißen 46ers-Auswärtsleibchen, schnell wieder egalisiert. Beim 25:24 durch Robin Benzing lagen die Mittelhessen erstmals in Führung, die sie in der Verwirrung eines „T“ gegen die Bank wieder einbüßten, ohne aber jemals komplett den Anschluss zu verlieren.
„Hagen spielt schnell und unangenehm“, wir aber haben besonders nach dem Wechsel einen richtig guten Job gemacht“, freute sich Robin Benzing darüber, dass seine Jungs in einer, wie der 36-Jährige befand, „nickeligen Partie“, den Fuß auf dem Gaspedal behielten. Sie hatten den Ex-BBL-MVP Jeffrey Carroll (elf Punkte) weitestgehend im Griff, wussten ihre Ballverluste (nur neun gegenüber 17 von Hagen) zu kontrollieren, klauten Phoenix gleich zehnmal die Kugel und hatten einen Modellathleten Daniel Norl in ihren Reihen, der all seine drei Dreier versenkte.
Da auch der unter den Brettern emsige Domagoj Vukovic ganze Arbeit leistete, Till Gloger nur einen Fehlwurf zu verzeichnen hatte, sich Jonathan Maier gegen den Ex-Gießener Tim Uhlemann rassige Duelle unter den Brettern lieferte und Roland Nyama an seine starke Performance vom Nürnberg-Match mit acht Zählern in nur gut neun Minuten anknüpfte, machten Martin Junakovic und eben Daniel Norl aus einem 70:65 für die Hausherren Anfang des letzten Abschnitts eine 71:70-Führung. Eine, die sich bis zum Schluss behaupteten.
Weil Roland Nyama und Kyle Castlin aus einem 74:74 per Tempogegenstoß und frechem Steal von Domagoj Vukovic das 78:74 besorgten, weil Roland Nyama 24 Sekunden vor Schluss ein Vier-Punkte-Spiel eiskalt zum 89:86 vollendete und weil sich Aiden Warnholtz und Robin Benzing schließlich mit ruhiger Hand an der Linie zeigten und den 92:88-Auswärtserfolg an der Volme eintüteten.
„Drei Spiele in einer Woche, das war anstrengend“, musste Robin Benzing, inzwischen rund 14 Kilogramm leichter als noch zum Ende der letzten Runde, erst einmal tief durchatmen. „Nun gilt es, sich auf Vechta vorzubereiten.“
Was den GIESSEN 46ers nun, nach dem Erfolg beim Erzrivalen, noch ein wenig mehr Spaß machen dürfte …
Hagen: Graves (10), Nunez, Nawrocki (8), Kraushaar (11), Schmidt (16), Bleck (6), von Waaden (2), Uhlemann (17), Carroll (11), Rissetto (7).
Gießen: Norl (14), Warnholtz (8), Castlin (12), Benzing (7), Maier (7), König Figge (5), Vukovic (12), Gloger (7), Junakovic (8), Nyama (8), Krajcovic (4).


