

Gegen das ohne den verhinderten Center Greg Jenkins angereiste Team aus Ostwestfalen investierten die 46ers vom Sprungball weg zu wenig in die Verteidigung des eigenen Korbes. Und im Angriff konnte die abgesehen von den Langzeitverletzten Tory Walker und Obie Trotter in Bestbesetzung angetretene Mannschaft von Interims-Headcoach Gerald Wasshuber nicht an die Leistung vom letzten Spiel in Oldenburg anknüpfen. Zwar waren die 46ers das ein oder andere Mal mit dem Versuch erfolgreich, das Fehlen von Jenkins auszunutzen und in der gegnerischen Zone zu punkten, doch über das gesamte Spiel hinweg ließen die 46ers-Akteure in der Nahdistanz zu oft die nötige Konsequenz und die letzte Konzentration vermissen – am Ende stand für das Gießener Team lediglich eine 51-prozentige Trefferquote aus der Nahdistanz (23 von 45) zu Buche.

Der Höhenflug des Gießener Teams war damit aber auch schon wieder beendet. Im Angriff klappte bis zur Pause so gut wie gar nichts mehr, und auf der Gegenseite ließ man einfache Fastbreakpunkte der Gäste zu, die kurz vor der Halbzeitsirene wiederum mit sieben Zählern (35:42) vorne lagen, ehe Shawan Robinson mit einem energischen Zieher für den 37:42-Halbzeitstand sorgte.

Als Paderborn diesen Vorsprung zu Beginn des letzten Spielabschnitts gar auf 69:55 ausbauen konnte (33.), schien die Partie gelaufen zu sein, doch nach der Auszeit von Gerald Wasshuber schaffte die 46ers-Truppe eingeleitet von einem Roessler-Dreier ein kaum noch für möglich gehaltenes Comeback. 
Punkteverteilung:
GIESSEN 46ers: Umeh (9), Terdenge (8), Robinson (7), Rouse (8), Sparks (0), Nelson (23), Roessler (19), Boxley (6), Hartenstein (0).
digibu Baskets: Edwin (2), Moore (26), Black (20), Mohammed (11), Hackenesch (0), Nolte (12), Esterkamp (7), McDaniel (0), Peavy (11).
Stimmen zum Spiel:
Gerald Wasshuber (Interims-Headcoach GIESSEN 46ers): „Wir sind leider zu spät erwacht. Normalerweise spielen wir immer mit mehr Energie, wenn wir aus der Kabine kommen, aber heute war das nicht der Fall, schon in den ersten drei Spielzügen hat überhaupt nichts funktioniert. Wir sind ständig einem Rückstand hinterher gelaufen und haben unseren Gameplan nicht so umgesetzt, wie wir uns das vorgenommen hatten. In der Halbzeit haben wir das besprochen und wollten die Fehler abstellen, um das Spiel zu unseren Gunsten zu drehen. Aber das dritte Viertel war dann aus unserer Sicht auch nicht gut. Fünf Minuten guter Basketball sind in dieser Liga einfach nicht genug, um ein Spiel zu gewinnen. Nachdem wir dann im letzten Viertel bei minus 14 endlich die Defense gespielt haben, die ich mir vorstelle, die Penetrationen der Paderborner gestoppt, sie zu schwierigen Würfen von außen gezwungen haben und endlich ins Laufen gekommen sind, hat dann am Schluss auch ein wenig die Kraft gefehlt, das Spiel noch zu unseren Gunsten drehen zu können.
Wir machen in jedem Spiel 80 Punkte. Egal wie. Heute haben wir schlecht von außen und in der Zone geworfen. Auch aufgrund dessen, dass Paderborn richtig gut verteidigt hat und uns kaum einmal freie Würfe gegeben hat. Wir müssen uns aber noch viel, viel mehr auf unsere Verteidigungsarbeit konzentrieren. Da passieren uns einfach noch zu viele einfache Fehler, die wir auf diesem Niveau nicht machen sollten und da müssen wir gezielt daran arbeiten. Dem Gegner müssen wir es viel schwerer machen, gegen uns zu scoren. Das ist der Schlüssel.“
Douglas Spradley (Cheftrainer digibu Baskets): „Wir haben heute eine richtige Mannschaftsleistung gezeigt und auch endlich mal von Beginn an ins Spiel gefunden. Bis jetzt war das für uns immer ein bisschen schwierig gewesen, in der ersten Halbzeit die Beine zu bewegen. Heute waren wir von der ersten Minute an bereit und haben ein gutes Spiel geliefert. Der Dreier von Tim Black zum 79:73 war spielentscheidend. Er übernimmt diese Verantwortung in jedem Spiel und (klopft dreimal auf Holz) bis jetzt hat das gut geklappt. Ich freue mich auch über die gute Leistung von Malik Moore. Er war verletzt und hat jetzt wieder seinen Rhytmus gefunden. Es war wichtig, dass wir endlich wieder einmal komplett trainieren konnten.“
Rouven Roessler (Forward GIESSEN 46ers): „Nach dem Oldenburg-Spiel haben wir wohl gedacht, dass es leicht wäre, dieses Spiel zu gewinnen. Nun sind wir auf den Boden zurückgekommen und müssen weiter an uns arbeiten.“
Ed Nelson (Center GIESSEN 46ers): „Ich denke, dass wir nur sechs oder sieben Minuten lang guten Basketball gespielt haben. Wir haben einfach zu lange gewartet, bis wir angefangen haben zu spielen. Und dann war es einfach zu spät. Man kann ein Spiel nur gewinnen, wenn man auch 40 Minuten lang Einsatz zeigt.“
Patrick Sparks (Guard GIESSEN 46ers): „Heute Abend haben wir keinen Mannschaftsbasketball gezeigt. Sowohl im Angriff als auch in der Verteidigung haben wir nicht miteinander gespielt. Daran müssen wir unbedingt arbeiten.“
Seamus Boxley (Forward GIESSEN 46ers): „Die Atmosphäre in der Halle ist einmalig. Die Fans sind toll und haben mich super empfangen. Leider haben wir heute Abend verloren. Paderborn war am heutigen Abend einfach besser.“
Gerrit Terdenge (Forward/Center GIESSEN 46ers): „Schlüsselfaktor des Spiels war die erste Halbzeit. Wir haben zugelassen, dass Paderborn ins Spiel kam und einfache Punkte machen konnte. Das hat ihnen Selbstvertrauen gegeben. Und wenn eine Mannschaft erst einmal Selbstvertrauen getankt hat, dann ist sie nur noch schwer zu stoppen. Wir haben sehr unstrukturiert gespielt, die Systeme nur kurz angerissen und dann zu schnell abgeschlossen. Ein Manko war heute sicherlich auch unsere Verteidigung. Wenn die Aufbauspieler zum Korb ziehen, dann müssen die anderen einfach aushelfen. Das Teamplay hat einfach heute gefehlt.“
Bilder: Mediashots Werbefotografie.


