Die LTi GIESSEN 46ers haben am 23. Spieltag in der Beko Basketball Bundesliga einen herben Dämpfer kassiert. Gegen die BG Göttingen verlor der Erstligavertreter aus Mittelhessen am Samstagabend deutlich mit 56:84. Vor 3024 Zuschauern in der Sporthalle Gießen-Ost lag das ersatzgeschwächt angetretene Team von Cheftrainer Vladimir Bogojevic gegen den Tabellenzweiten bereits zur Pause mit 29:41 in Rückstand. Elvir Ovcina und Johannes Lischka waren mit je 16 Punkten und zweistelligen Reboundwerten die besten Akteure auf Seiten des Gastgebers, bei der BG ragte Guard Taylor Rochestie (28 Punkte, 5 von 8 Dreiern) heraus.

Die 46ers waren leider nicht mit den besten personellen Voraussetzungen in das Spiel gegangen: Teamkapitän Maurice Jeffers konnte nicht mitwirken. Der Flügelspieler hatte sich am Ende der Woche im Training eine Zerrung in der Wadenmuskulatur zugezogen. „Wir hatten darauf gehofft, dass Moe noch rechtzeitig zum Spiel fit wird, es hat dann aber doch nicht geklappt. Wir hoffen, dass er in den nächsten Tagen wieder ins Training einsteigen kann“, sagte Bogojevic nach der Partie in der Pressekonferenz.

Den Gießenern mochte zu Beginn des zweiten Viertels nahezu nichts gelingen. Ein Korbleger des von Elvir Ovcina bedienten Stevan Tapuskovic zum 19:31 beendete in der 14. Minute eine lange Durststrecke der Hausherren, die sich in der nun (auch infolge einiger strittiger Entscheidungen der Unparteiischen zuungunsten der 46ers) intensivsten Phase der Begegnung mit einem 10:2-Zwischenspurt zumindest auf 29:35 (19., Kevin Johnson ließ es per Sam Dunk krachen) herankämpften. Zwei Göttinger Dreier in der Schlussminute von Hälfte eins (der zweite von Frazier flutschte eine Sekunde vor der Halbzeitsirene nach Brettberührung durch die Gießener Reuse) ließen den Rückstand aber wieder auf zwölf Zähler anwachsen. Die Mittelhessen hatten in Hälfte eins keinen ihrer zehn Dreierversuche im gegnerischen Korb unterbringen können.
Auch nach der Pause stellte die Göttinger Defensive die LTi-Truppe vor anhaltend große Probleme. Standen bis dato nur fünf Ballverluste für das Gießener Team zu Buche, erlaubten sich die Bogojevic-Schützlinge zu Beginn der zweiten Hälfte gleich drei Ballverluste. Die BG nahm die Einladung an und zog auf 51:31 (24.) davon. Die 46ers verkürzten zwar nochmals auf 38:51 (27.) und auch eine weitere Verknappung des Resultats lag im Bereich des Möglichen, doch sowohl Elvir Ovcina als auch Johannes Lischka konnten beim Stande von 42:56 von der Freiwurflinie keinen einzigen Punkt erzielen. Der anschließende Dreier von Dwayne Anderson zum 42:59 (29.) war so etwas wie ein Genickbrecher für das Heimteam.

Für die LTi 46ers ist die verdiente Niederlage gegen einen bärenstarken Gegner kein Beinbruch. Im Kampf um den Klassenerhalt heißt es nach vorne schauen und Vollgas geben, das Bogojevic-Team trifft noch auf einige schlagbarere Gegner als Göttingen, das in dieser Verfassung ein heißer Anwärter auf das Erreichen des Playoff-Halbfinales sein sollte. Bereits am kommenden Samstag (20. Februar) eröffnet sich den Gießenern bei der EnBW Ludwigsburg eine neue Chance, der Saison nach dem jüngsten Auswärtssieg in Bremerhaven ein weitere positive Wendung zu geben. Wer das 46ers-Team im Schwabenland unterstützen möchte, kann sich hier für die Auswärtsfahrt anmelden.
Vladimir Bogojevic: „Die Niederlage am Fehlen von Moe (Jeffers) und an unserer schlechten Dreierquote in der ersten Halbzeit (0 Treffer bei zehn Versuchen) festzumachen, wäre zu einfach, wenngleich uns der ein oder andere Dreiertreffer in der ersten Hälfte sicher geholfen hätte. Wir haben vor der Pause phasenweise nicht schlecht gespielt, uns da auch nur fünf Ballverluste erlaubt. Das Problem war, dass wir den Defensivrebound nicht kontrolliert haben und Göttingen daraus – gerade in wichtigen Phasen – Second chance-Punkte machen konnte. Auch nach Loose ball-Situationen waren nahezu alle Bälle in Göttinger Hand. Mit dem Dreier kurz vor der Pause haben sie dann noch zusätzliches Selbstvertrauen getankt. Wir sind dann katastrophal in das dritte Viertel gestartet. Nach den drei Ballverlusten war es fast unmöglich, den Rückstand aufzuholen.
Göttingen hat es geschafft, den Ballführenden 40 Minuten lang unter Druck zu setzen. Gegen diese Verteidigung ist es wichtig, selbst aggressiv zu sein und den Korb zu attackieren. Immer, wenn wir das beherzigt haben, sah unser Spiel auch gut aus. Am Anfang haben wir uns gute Wurfoptionen erarbeitet, die wir aber nicht in Punkte umgewandelt haben. Im Laufe des Spiels haben wir diese spielerische Linie dann leider zusehends verloren, was auch an dem defensivem Druck des Gegners lag. Am Ende haben wir es dem Gegner zu einfach gemacht. Auch bei minus 20 darfst du dem Gegner keine einfachen Punkte geben, das ist eine Frage der Mentalität. Es ist auch meine Aufgabe, den Spielern eine andere Mentalität einzuimpfen, so dass uns so etwas künftig nicht mehr passieren wird.“
John Patrick: „Für uns war es nicht einfach, Gießen hat hart gekämpft. Sie hatten ohne Jeffers nicht ihre tiefste Rotation. Dagegen hat uns unsere Tiefe heute sehr geholfen. Unser Defensedruck war normal. Wir haben versucht, Lorenzo Williams müde zu machen und gehofft, dass dann andere den Ball bringen. Wir hatten ein paar Probleme mit Johannes Lischkas Drives und Step-ins sowie Ovcinas Mitteldistanzspiel und Pässen. Letztlich hat sich unser Aufwand in der Verteidigung aber gelohnt. Die Pause, die wir in den nächsten Tagen zur Regeneration einlegen, haben wir uns auch verdient. Ich hoffe, dass wir danach genauso konzentriert weitermachen wie wir das bisher in dieser Saison getan haben.“
Punkteverteilung LTi 46ers: Jacovic (2), Williams (7), Johnson (4), Theilig, Lischka (16), Ovcina (16), Weber (2), Freese (n. e.), Tapuskovic (3), Werner (6), Jeanty.
Beste Werfer BG Göttingen: Rochestie (28), Anderson (15), Frazier (11).
Bilder: Mediashots Werbefotografie.


