

Somit durften die nach der Schluss-Sirene völlig niedergeschlagenen 46ers-Korbjäger letztlich doch nicht den Lohn ihrer harten Arbeit ernten. Dass bei den Mannen um Kapitän Elvir Ovcina ein neuer (Kampf-)Geist Einzug gehalten hat, die Spieler wieder an sich glauben, war an diesem Abend über die gesamten 40 Minuten erkennbar. Beim Heimdebüt von Chefcoach Steven Key, Michael-Hakim Jordan und „Moe“ Jeffers zeigten die 46ers gegen die starken EWE Baskets, bei denen in Person von Eddie Gill ein Point Guard von der Bank kam, der 187 NBA-Einsätze auf dem Buckel hat, eine couragierte Vorstellung. Nach Aktionen des Heimteams brandete immer wieder Szenenapplaus auf, ingesamt herrschte eine tolle Stimmung auf den Rängen.
Auch wenn der neue LTi 46ers-Spielmacher Michael Jordan einen ganz schweren Stand gegen die ihn stark verteidigenden Eddie Gill und Lou Campbell hatte und nicht an seine Leistung vom letzten Wochenende in Bayreuth anknüpfen konnte, schaffte es das Team von Steven Key, die Partie mehr als drei Viertel lang ausgeglichen zu gestalten. Im zweiten und im dritten Viertel lag der Tabellen-16. gegen den Meister von 2009 sogar mit vier bzw. fünf Punkten in Führung (23:19/13., 28:24/17., 46:41/28.).

Nach einem Fehlwurf von Rickey Paulding sorgte Zack Peacock 17 Sekunden vor dem Ende von der „Linie“ für die wenige Minuten zuvor nicht mehr für möglich gehaltene 46ers-Führung (69:67). Dramatisch verliefen dann die letzten Sekunden des Spiels: Ein fünf Sekunden vor der Sirene abgefeuerter Dreier von Oldenburgs Power Forward Luka Bogdanovic verfehlte zwar sein Ziel, doch Peacock bekam das Spielgerät beim Defensivrebound leider nicht richtig zu fassen. Eddie Gill sicherte sich das Leder und wurde von „Moe“ Jeffers gefoult, der das Parkett – wie zuvor schon Michael Jordan (38.) – mit dem fünften persönlichen Foul verlassen musste. Das folgende, aus Gießener Sicht traurige Ende eines starken Heimauftritts wurde bereits eingangs erwähnt.
Predrag Krunic (EWE Baskets Oldenburg): „Ich bin zufrieden mit der Leistung, die wir hier gezeigt haben, vor allem in kämpferischer Hinsicht. Es war eine schwierige Situation für uns, weil Gießen mit neuem Trainer und neuen Spielern und dem Sieg in Bayreuth in guter Verfassung ins Spiel gegangen ist. Wir waren bereit, haben gut verteidigt. Unser Schwachpunkt war der Rebound. Dadurch dass wir Gießen in den letzten zwei Minuten Offensivrebounds erlaubt haben, sind sie zurück in die Partie gekommen.“
Steven Key (LTi 46ers): „Das Wichtigste war, dass wir großen Kampfgeist gezeigt haben, den man hier von uns schon lange nicht mehr gesehen hat. Wir haben genug getan, um das Spiel gewinnen zu können. Wir hatten zwölf Offensivrebounds, Oldenburg hatte zwölf Offensivrebounds. Oldenburg hatte die letzten beiden und das war heute der Unterschied. Diese Niederlage ist nur schwer zu akzeptieren, aber wir müssen daraus lernen, dass wir bis zur letzten Sekunde hellwach sein müssen. Der Unterschied zu den letzten Wochen liegt bei uns in der Defense. Wir haben dem Tabellen-Sechsten, der in den letzten Wochen gute Teams geschlagen hat, bis zum Ende des dritten Viertels nur 48 Punkte gestattet. Jede Mannschaft hat fähige Offensivspieler, aber der Unterschied bei den Mannschaften, die mehr gewinnen als verlieren, ist, dass sie eine gute Verteidigung spielen. Wir haben heute angefangen zu zeigen, welch gute Verteidigung wir spielen können und müssen das nun auch im restlichen Saisonverlauf tun.“
Punkteverteilung LTi 46ers: Smith (14), Freese (0), Perl (n. e.), Mädrich (2), Schwartz (0), Ovcina (14), Brooks (2), Griffin (3 / 1 Dreier), Peacock (14), Jordan (8/2), Jeffers (12).
EWE Baskets Oldenburg, beste Werfer: Campbell (18/3), Paulding (15/2), Lukauskis (14/3), Bogdanovic (10/2).


