Heim vier, Auswärts null. So lautet die Bilanz nach dem ersten Spieltag des Playoff-Viertelfinales in der ProA. Anders ausgedrückt: Die Mannschaften, die nach der regulären Saison die Plätze eins bis vier belegten und sich so das Heimrecht für die erste Playoff-Runde sichern konnten, nutzten diesen Vorteil und gingen in der Best of five-Serie mit eins zu null in Führung.
Die umkämpfteste und auch vom Ergebnis knappste Partie erlebten dabei die 2193 Zuschauer in der Sporthalle Gießen-Ost. In der zweiten Partie binnen Wochenfrist gegen Science City Jena konnte sich das Wucherer-Team erneut durchsetzen. Dabei bekamen Fans und Zuschauer alles geboten, was Playoff-Basketball ausmacht: Kampf, Leidenschaft, attraktiven Basketball und nicht zuletzt eine gehörige Portion Dramatik. Nach einer furiosen ersten Halbzeit, welche die 46ers mit einer 46:30-Führung beendeten, kämpften sich die Thüringer in Hälfte zwei Punkt um Punkt ins Spiel zurück und gingen in den letzten Spielminuten gar in Führung. Die aufgrund der Foulproblematik (Lischka, Bennett je 5 Fouls) deutlich dezimierte Gießener Mannschaft gab jedoch nicht auf und blieb im Spiel. Der personifizierte Kampfgeist TJ DiLeo hielt sein Team in dieser Phase an beiden Enden des Feldes in der Partie und schließlich war es „Iceman“ Myles Hesson vorbehalten mit vier verwandelten Freiwürfen in Folge für den vielumjubelten und denkbar knappen 75:74-Heimerfolg der Lahnstädter zu sorgen.
Erwartet souverän setzte sich das Topteam aus Göttingen in Spiel 1 gegen den Achtplatzierten ETB Wohnbau Baskets Essen durch. Während der ersten drei Viertel hielten die Jungs aus dem Ruhrpott jedoch erstaunlich gut mit, ehe die Göttinger mit einem 22:12 im vierten Viertel verdeutlichten, wer der Herr in der Sparkassen Arena ist. Letztlich gewannen die Niedersachsen nicht nur jedes einzelne Viertel, sondern auch die Partie mit 79:58. Stärkster Mann an diesem Abend im Trikot der Veilchen war David Godbold. Der 1,96 Meter große US-Guard traf nicht nur fünf „Dreier“ sondern „klaute“ dem Gegner auch gleich vier Mal das Spielgerät.
Die dritte Partie am vergangenen Samstag bestritt der Tabellenzweite aus Crailsheim gegen die Gothaer-Mannen um Trainer Chris Ensminger. An diesem Abend hatte Coach „Danceminger“ jedoch keinen Grund sein Freudentänzchen aufzuführen. Mit 76:62 wurden die „Magier“ ihrer Favoritenrolle gerecht und schickten die Thüringer geschlagen auf die Heimreise. Carlos Lorenzo Medlock war dabei auf Seiten der Heimmannschaft in Galaform. Mit 26 Punkten (Quote 10/11) und einem Effektivitätswert von 32 bewies der Amerikaner einmal mehr, dass er zu den stärksten Point Guards der Liga gehört.
Am Sonntag komplettierten dann die Teams aus Ehingen und Nürnberg den ersten Spieltag des Playoff-Viertelfinales. Dabei zeigten sich beide Mannschaften offensiv gut aufgelegt. Nachdem Ehingen die Partie über weite Strecken kontrollierte und vor dem Schlussabschnitt bereits scheinbar sicher mit 14 Zählern in Front lag, drehten die Franken im vierten Viertel noch einmal gehörig auf und brachten noch einmal Spannung in die Partie. Doch trotz eines gewonnen Schlussabschnitts (+10), unterlag Nürnberg schließlich knapp mit 86:90 in Ehingen. Der 22-jährige Guard Stacy Wilson wurde beim Heimsieg der „Steeples“ zum Sieggaranten. Seine 27 Zähler bedeuteten nicht nur den Auftakterfolg für sein Team, sondern auch der Punktebestwert der ersten Playoff-Runde insgesamt.
Nun bleibt nur kurz Zeit sich zu sammeln und das Erlebte sacken zu lassen. Weiter geht es mit Spieltag zwei bereits am morgigen Dienstag. Dann jedoch mit umgekehrten Vorzeichen. Nun müssen die Teams, die am Wochenende Heimrecht besaßen und diesen nutzen konnten, auch zeigen, ob sie dem Druck in der Halle des Gegners gewachsen sind und mit einem zweiten Erfolg im zweiten Spiel eventuell schon eine kleine Vorentscheidung in der Serie zu ihren Gunsten herbeiführen können.


