Mit der U20 auf Kreta

Vorlesen:

Die 46ers-Recken Robin Benzing und Jan Heppner gehören zum deutschen Tross der am Samstag beginnenden EuroBasket in Heraklion.

Sommerpause? Füße hochlegen? Cocktails, antialkoholisch natürlich, schlürfen? Und sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen? Einige aus dem ProA-Team der GIESSEN 46ers wissen nicht, wie das Wort URLAUB überhaupt geschrieben wird. Was nicht an mangelnder Bildung, sondern an nicht vorhandener Zeit liegt. 

Beispiele gefällig? Gerne! Simon Krajcovic und Roland Nyama sind mit ihren Nationalmannschaften aus der Slowakei und Kamerun gefordert. Und unterwegs. Bis tief in den August hinein. Cheftrainer „Frenki“ Ignjatovic und sein Assistent Nikola Stanic haben in den vergangenen Wochen seit dem Playoff-Aus am 22. Mai gegen Science City Jena mehr Zeit am Handy verbracht als gar mancher Pubertär nach der Schule. Und mehr Videos geschaut als die Jurymitglieder der „Berlinale“. Und Robin Benzing sowie Teammanager Jan Heppner stellten sich ganz in den Dienst der deutschen U20-Nationalmannschaft. Der Capitano durchgängig, „Heppi“ mit einer Urlaubsunterbrechung an der Côte d’Azur. St. Tropez, Cannes, Monaco – das volle Programm halt.

Für beide Gießener Recken beginnt am Wochenende die EuroBasket auf Kreta, Griechenlands größter Insel. In deren Hauptstadt Heraklion trifft der DBB-Nachwuchs in der Vorrunde am Samstag auf die Ukraine, am Sonntag auf Italien und am Montag auf Belgien. Robin Benzing assistiert Cheftrainer Christian Held, Jan Heppner kümmert sich um alles rund ums Team. „Wasser, Wäsche, Snacks, eigentlich so wie bei uns in Gießen, nur noch viel intensiver“, lässt der 25-jährige Düsseldorfer kurz vor dem Abflug wissen.

Robin Benzing und Jan Heppner waren anwesend, als sich die U20 Mitte Juni erstmals zu einem elftägigen Lehrgang in Göttingen traf und danach zwei Tests im französischen Le Temple-sur-Lot verlor. Nach einer weiteren Einheit in Köln ging es für den deutschen Nachwuchs ins italienische Domegge di Cadore, wo drei weitere Tests (58:67 gegen Italien, 77:79 gegen Griechenland und 83:62 gegen Rumänien) auf dem Programm standen. Über Bonn und die Sportschule Kienbaum bei Berlin ging es dann am Donnerstag nach Kreta.

Insgesamt besteht der Tross der deutschen U20-Nationalmannschaft aus den zwölf Spielern Joshua Bonga (Fresno State University), Karl Bühner (Paderborn Baskets), Ben Defty (Boston University), Esli Edigin (Northwest Florida State College), Raphael Falkenthal (Eisbären Bremerhaven), Simon Feneberg, Lukas Modic (beide Porsche BBA Ludwigsburg), Jared Grey (Hamburg Towers), Martin Kalu (Basketball Löwen Braunschweig), Roy Krupnikas, Linus Trettin, (beide RASTA Vechta) und Colin Schroeder (EWE Baskets Oldenburg). Hinzu kommen Bundestrainer Christian Held, seine Assistenten Robin Benzing und Jakob Burger, Athletiktrainer Mauriz Golka, Physiotherapeut Jan Schröder, Teamarzt Johannes Bonacker, Delegationsleiter Konstantinos Zalonis und eben Teambetreuer Jan Heppner.

„Ich versuche, mein Wissen weiterzugeben, bekomme aber umgekehrt auch viel vermittelt“, ist der neue (ungewohnte) Job für Robin Benzing eine Win-Win-Situation. „Scouting, Videos schneiden, Besprechungen. Das alles sind für mich völlig neue Erfahrungen und ein echter Lernprozess. Es geht oft bis tief in die Nacht, Schlaf wird überbewertet“, lacht der 36-Jährige, der seinen Vertrag bei den GIESSEN 46ers vor wenigen Tagen noch einmal um ein Jahr verlängert hat. 

Ehefrau Katharina und Tochter Ainhoa kommen ebenfalls nach Heraklion. Nach dem Turnier entscheiden die drei dann, wo es hingehen könnte in den Ferien. „So zwei, drei Wochen bleiben mir noch, um mich um meine Frauen zu kümmern. Dann geht es wieder los bei den 46ers“, bei denen sich Robin Benzing „good in shape“ präsentieren möchte. „Mitgemacht bei den Junioren habe ich eigentlich in fast jeder Trainingseinheit. Den Ball jedenfalls hatte ich in diesem Sommer so oft in der Hand wie in fast keinem anderen.“

Dass er als derzeitiger Assistent von Christian Held, der schon die Gladiators Trier und die Rostock Seawolves coachte und der im Mai den Bundesligisten RASTA Vechta übernahm, künftig die Trainerlaufbahn einschlagen möchte, steht für Robin Benzing noch in den Sternen. Dennoch betont der 167-fache Internationale: „Die B-Lizenz möchte ich in jedem Fall gerne machen. Was sich danach ergibt, werden wir sehen, interessant ist der Job aber in jedem Fall.“

Was auch Jan Heppner für den seinen unterschreiben würde. „Bisher waren die Monate ohne Basketball noch lange und zäh, jetzt fühlt es sich für mich sehr erfrischend an, bei der U20 dabei sein zu dürfen. Ich kann hier viel mitnehmen, was uns auch bei den 46ers zugutekommen wird und was ich gerne umsetzen möchte. Alles macht riesigen Spaß, ich möchte keinen Tag missen.“

Es sind Worte, die die Verantwortlichen an der Lahn gerne hören werden …

Letzte News