
Auch in dieser Saison ist die mit U20-, U18- und U17-Nationalspielern gespickte Truppe der Topfavorit auf den Titel. Ungeschlagen marschierten die Nachwuchs-Albatrosse durch die Hauptrunde, gewannen ihre Spiele im Schnitt mit 30 Punkten Vorsprung. „Die Voraussetzungen sind klar: ALBA geht vom Papier her als klarer Favorit in die Serie, von uns erwartet niemand etwas. Ich möchte, dass meine Mannschaft es schafft, endlich mal eine annähernd optimale Leistung abzurufen“, blickt Toni Dirlic auf die Auseinandersetzung voraus. Spiel eins der „Best-of-three“-Serie (wer zuerst zwei Spiele gewonnen hat, ist eine Runde weiter) steigt am Sonntag (07.03.) um 12 Uhr in der Berliner Max-Schmeling-Halle. Spiel zwei kommt eine Woche später (14.03.) um 13 Uhr in der Sporthalle Gießen-Ost zur Austragung. Ein eventuell notwendiges drittes Spiel fände am 21. März um 15 Uhr in Berlin statt.
Vor dem Playoff-Start sprach www.ltigiessen46ers.de mit U19-Cheftrainer Toni Dirlic:
Hallo Toni, Ihr habt die Hauptrunde in der NBBL auf Platz vier abgeschlossen und habt damit wiederum die Playoffs erreicht. Wie fällt dein Zwischenfazit vor Beginn der Playoffrunde aus?
Toni Dirlic: Rein vom Ergebnis her betrachtet ist die Qualifikation für die Playoffs natürlich gut, denn das war unser Ziel. Der Saisonverlauf ist allerdings nicht zufriedenstellend. Wir können von Glück reden, dass wir uns qualifiziert haben, es wäre nicht unverdient gewesen, hätten wir es am Ende nicht in die Playoffs geschafft. Als Mannschaft haben wir uns über die Saison gesehen zu unkonstant präsentiert. Dass der Saisonbeginn etwas holprig anlaufen würde und wir uns mit der Zeit steigern würden, hatte ich erwartet. Allerdings haben wir nach Weihnachten, in der zweiten Saisonhälfte, nicht an die ansteigende Form anknüpfen können, die wir davor gezeigt hatten. Ich glaube, dass eine bessere Platzierung in unserem Leistungsvermögen stand.

Individuell habe ich bei jedem zum NBBL-Kader dazugehörenden Spieler Fortschritte ausgemacht. ‚Erwachsener‘ zu spielen, seniorenniveauähnlich zu spielen war immer unser Ziel und wurde auch immer forciert. In dieser Hinsicht sehe ich bei allen Spielern Fortschritte, die nur durch die gute Zusammenarbeit aller U18- sowie aller Seniorentrainer verwirklicht werden kann. Das ist eine ganz wichtige Komponente, denn die Vorbereitung und Ausbildung für das Endziel Seniorenniveau kann nur in einer derart vernetzten und zusammenarbeitenden Struktur passieren und effizient umgesetzt werden. Als Mannschaft, das hatte ich ja in der Beantwortung auf die erste Frage bereits angedeutet, war bei uns bis Weihnachten ein Aufwärtstrend erkennbar. Wir haben es aber nicht geschafft, danach auf diese Leistung aufzubauen. Dafür gibt es mehrere Gründe. Die Mannschaft hat aber mehr Potenzial, als sie zuletzt abgerufen und gezeigt hat.
Eure Mannschaft war vor Saisonbeginn erstmals in die Division Nordwest „gesteckt“ worden, nachdem sie zuvor immer der Division Mitte angehört hatte. Im letzten Jahr landete man in der Mitte am Hauptrundenende auf dem ersten Rang, diesmal reichte es zu Platz vier. Lässt sich daraus der Schluss ziehen, dass die Nordwest-Gruppe leistungsmäßig stärker ist?
Auf unser eigenes Vermögen bin ich ja bereits eingegangen. Natürlich ist die NW-Division traditionell sehr stark besetzt, aber auch die Division Mitte ist ebenfalls sehr stark. Leistungsbezogen kann man beide Gruppen nicht optimal miteinander vergleichen, zumal auch neue Mannschaften, wie der ASC Mainz (Anm. d. Red.: der Zweiter wurde), die Division Mitte ergänzt haben. Mit Breitengüßbach kommt ein Top4-Anwärter aus der Gruppe Mitte, dazu spielt dort auch Jena, die letzte Saison bei der deutschen U18-Meisterschaft dabei waren. Jede Gruppe hat ihren besonderen Reiz und ein spezielles Flair. Für uns war es gut, dass wir etwas Neues erlebt haben, uns durchweg mit anderen Gegnern messen mussten als in den Vorjahren.
In den Playoffs geht es nun gleich gegen den Topfavoriten auf den Meistertitel, ALBA Berlin, der ohne Niederlage durch die Hauptrunde marschiert ist und seine Spiele im Schnitt mit 30 Punkten Vorsprung gewonnen hat. Mit welcher Erwartungshaltung geht Ihr an die Spiele heran?
Die Voraussetzungen sind klar. ALBA geht vom Papier her als klarer Favorit in die Serie, von uns erwartet niemand etwas. ALBA ist Titelverteidiger, ungeschlagen, hat eine sehr tief besetzte Mannschaft, die auf Herren-Niveau komplett als 1. Regionalliga-Mannschaft spielt. Sie haben sehr viel Selbstvertrauen durch ihre Erfolge der letzten Jahre. Ihren Favoritenstatus haben sie sich über die Jahre verdient, dort wird sehr gute Arbeit gemacht. Was uns anbelangt, möchte ich einfach nur, dass meine Mannschaft es schafft, endlich mal eine annähernd optimale Leistung abzurufen. Wir haben uns konzentriert auf den Gegner vorbereitet und werden sehen, was am Sonntag in Spiel eins herauskommt.


