
Durch ihren achten Saisonerfolg sind die LTi 46ers in der Tabelle an Trier vorbeigezogen, mit zwei Siegen Vorsprung auf Platz 17 (Hagen 6:20) ist Gießen im Klassement nun auf Rang 14 zu finden. Nach der 83:87-Hinspielniederlage entschied die Mannschaft von Cheftrainer Vladimir Bogojevic auch den bei Punktgleichheit ausschlaggebenden direkten Vergleich mit den Trierern zu ihren Gunsten.

Ab dem zweiten Viertel entwickelte sich die Partie aus Gießener Sicht dann endgültig zu der prognostizierten großen Schlacht im Kampf gegen den Abstieg. Die Gießener Fünf erhöhte die Taktzahl, verteidigte die eigene Zone deutlich besser als noch im ersten Viertel und zwang den Gegner mehr und mehr dazu, Würfe unter Bedrängnis auf den 46ers-Korb abzufeuern. In der Offensive war das Scoring in Viertel zwei auf viele Schultern verteilt, nach einem 12:0-Lauf lagen die Hausherren unter dem großen Jubel des Publikums an diesem Abend erstmals in Führung (33:31/17.). Nach einem erfolgreichen Dreipunktewurf von Kapitän James Gillingham zum 33:34 fing sich Trier kurz vor Ende des zweiten Spielabschnitts wieder, mit einer 37:34-Führung für die Moselstädter ging es in die Halbzeit.

Der Hunger auf den heiß ersehnten Heimsieg war bei den LTi 46ers jedoch zu groß, „Zo“ Williams und Kollegen zeigten sich kämpferisch von ihrer allerbesten Seite und legten defensiv wieder zu, wodurch auch der Angriffsmotor wieder runder lief. Nach Dreiern von „Moe“ Jeffers und Elvir Ovcina stand es nur noch 50:51 (29.). In einer nun immer hitziger werdenden Atmosphäre antwortete Trier mit einem Dreier seines ansonsten abgemeldeten Topscorers Chris Copeland (50:54) – Beschwerden von Seiten der Gießener Teambank, dass der Wurf nach Ablauf der 24-Sekunden-Angriffsuhr zustandegekommen sei, wurden zurückgewiesen. Ein Mitteldistanztreffer von Osvaldo Jeanty mit Ablauf des dritten Viertels zum 54:56 beendete Viertel drei.
In den finalen zehn Minuten ernteten die LTi 46ers schließlich den verdienten Lohn für den großen defensiven Aufwand, den sie über weite Strecken der Partie betrieben hatten. Trier traf zwar zu Beginn des letzten Viertels noch schwere Würfe, wie etwa einen gut verteidigten Dreier von Jamal Shuler (60:63/33.), fand dann aber kein Mittel mehr gegen die herausragende Gießener Verteidigung. In den darauf folgenden sechs Minuten erzielte Trier lediglich einen (!) Punkt. Ganz anders die Gastgeber, die in der spielentscheidenden Phase ein Dreier-Feuerwerk (sechs Treffer) abbrannten, im gesamten Spiel zehn ihrer 20 Dreierversuche versenkten und damit wie schon vor einer Woche beim Sieg in Paderborn (10 von 19) mit einer starken Trefferquote von jenseits der 6,25-Meter-Linie glänzten. Osvaldo Jeanty (zum 63:63 und 66:63/35.) und Joe Werner (zum 69:63/36.) stellten die Weichen in Richtung Sieg, den nochmals Jeanty (traf insgesamt vier von fünf Dreiern, 72:64) und Elvir Ovcina (75:64/37.) ebenfalls aus dem Dreipunkteland eintüteten. Als Triers Center-Veteran George Evans bei einem erfolgreichen Korbleger von Ovcina zum 77:64 sichtlich entnervt ein unsportliches Foul beging, war die Entscheidung längst gefallen.

Trainerstimmen
Vladimir Bogojevic: „Trier hat uns am Anfang den Schneid abgekauft. Danach haben wir uns aber aufgerafft und eine starke kämpferische Leistung gezeigt; ein wichtiger Grund dafür war, dass der sechste Mann von Beginn an hinter uns gestanden hat. Unsere Fans haben uns auch in den allerschwierigsten Phasen hervorragend unterstützt, dafür ein ganz großes Dankeschön.
Ich freue mich riesig über diesen Sieg und dass wir trotz schwieriger Phasen immer an das geglaubt haben, was wir vor dem Spiel verabredet hatten. Mit dem vierten Viertel sind wir dafür belohnt worden; irgendwann müssen die Kräfte beim Gegner nachlassen, wenn man versucht diesen zu zermürben.
Es ist uns anfangs nicht gut gelungen, die Zone zu kontrollieren, Evans und Shtein haben uns da sehr weh getan. Dafür haben wir aber Copeland gänzlich aus dem Spiel genommen. Für uns ist das ein ganz wichtiger Sieg gewesen, wir haben den direkten Vergleich gegen Trier gewonnen und unseren Aufwärtstrend bestätigt. Wir werden das jetzt erstmal ein oder zwei Tage genießen.
Wir haben unsere Lage im Kampf um den Klassenerhalt durch die zwei Siege in Folge verbessert, dürfen uns darauf aber nicht ausruhen. Noch sind sieben Spieltage zu absolvieren. Vielleicht sind auch unsere Konkurrenten in der Lage, den Schalter umzudrehen und ein oder zwei Spiele in Folge zu gewinnen, mit dem Sieg von Paderborn in Trier hatte ja auch niemand gerechnet. Was uns anbelangt haben wir genug Ehrgeiz, uns weiter in die richtige Richtung zu entwickeln und unseren Aufwärtstrend fortzusetzen.“
Yves Defraigne: „Glückwunsch an meinen Kollegen, Gießen war alles in allem gesehen das bessere Team. Wir haben gut begonnen, im Angriff unsere Beweglichkeitsvorteile gegenüber Ovcina gut ausgenutzt, anfangs auch so verteidigt, wie wir es uns vorgenommen hatten. Diese defensive Einstellung haben wir dann aber irgendwann verloren. Mitte des letzten Viertels sind wir bei sechs Punkten Rückstand in der Verteidigung eingebrochen, haben dem Gegner viele offene Dreier ermöglicht. Das ist ein mentales Problem, das uns derzeit nicht aus der Negativserie rauskommen lässt und der Hauptgrund für die bittere Niederlage heute gewesen ist.“
Punkteverteilung LTi 46ers: Jacovic, Williams (15), Johnson (12), Perl, Lischka, Ovcina (18), Weber, Freese (n. e.), Jeffers (12), Werner (9), Jeanty (18).
Beste Werfer Trier: Shuler (21), Shtein (14).
Bilder: Mediashots Werbefotografie.


