

Immer wieder schafften es die Mannen um den wie Gerrit Terdenge angeschlagen ins Spiel gegangenen, aber im Gegensatz zu Terdenge von Beginn an aufs Parkett beorderten Point Guard Obie Trotter, den Ball ans Brett zu bringen, wo Corey Rouse in der ersten Hälfte eine Klasseleistung zeigte und sich immer wieder im Eins-gegen-Eins durchzusetzen vermochte. In der siebten Minute erzielte der Power Forward beim Stande von 17:14 aus 46ers-Sicht bereits seine Punkte acht und neun, am Ende der ersten 20 Minute standen für Rouse 13 Punkte (6/6 aus dem Feld) und sechs Rebounds zu Buche. Leider war der sprunggewaltige US-Amerikaner nach dem Seitenwechsel nicht mehr im Vollbesitz seiner Leistungsfähigkeit, da er noch vor der Pause einen Schlag auf das Knie erhalten hatte, der ihn bis zum Spielende behinderte.
Nach dem 20:17 durch einen Dreier von Michael Umeh leistete sich das 46ers-Team in den Schluss-Sekunden des ersten und zu Beginn des zweiten Viertels eine kurze Schwächephase, die Göttingen nutzte, um mit acht Punkten (29:21) in Führung zu gehen (13.). Eingeleitet von einem weiteren Dreier von Michael Umeh zum 24:29 fand die Leibenath-Truppe aber schnell wieder den Anschluss. Obie Trotter verkürzte per Dreier auf 31:34 (15.) und Shooting Guard Umeh sorgte nach Fehlwürfen von Jenkins und Schröder wenig später dafür, dass die LTi 46ers wieder vorne lagen (35:34/17.). Das 39:38 durch zwei verwandelte Freiwürfe von Seamus Boxley sollte dann die letzte Führung der Gießener in diesem Spiel sein (18.).
Bis zur Halbzeitsirene leistete sich der Tabellen-16. einen folgenschweren Aussetzer. Drei Ballverluste, darunter ein Fünf-Sekunden-Regelverstoß, hatte die 46ers-Fünf um Backup-Pointguard Shawan Robinson, der für den zu diesem Zeitpunkt schon drei Fouls aufweisenden Obie Trotter auf dem Feld stand, binnen kurzer Zeit gegen die Presse der Göttinger zu verzeichnen. Die Hausherren nutzten dies und die obendrein vergebenen Freiwurfchancen von Robinson eiskalt aus und zogen bis zur Halbzeit auf 50:39 davon. Den letzten Korb in Hälfte eins erzielte Göttingens Shooting Guard Jeb Ivey wenige Augenblicke vor der Schluss-Sirene mit einem Dreier aus rund siebeneinhalb Metern.
In den zweiten 20 Minuten konnten die mitgereisten Gießener Fans beim 56:49 (16.) durch ein Drei-Punkt-Spiel von Rouven Roessler zwar nochmal kurz hoffen, doch der folgende, mit einem erfolgreichen Dreipunktwurf von Ivey eingeleitete, 10:0-Lauf der BG sorgte umgehend wieder für Ernüchterung in der 46ers-Anhängerschaft (66:49/28.) – und die Vorentscheidung. Nach dem dritten Viertel führte Göttingen mit 69:55. Näher als auf elf Punkte (68:79/36.) kamen die Gäste im Schlussabschnitt nicht mehr heran.
Am nächsten Wochenende (9. Februar, 19:30 Uhr) empfangen die LTi GIESSEN 46ers im ersten Rückrundenheimspiel den Spitzenreiter ALBA Berlin in der Sporthalle Gießen-Ost. Mit dabei im Gießener Aufgebot ist dann möglicherweise ein neuer Spieler für die Centerposition. Weiterhin im 46ers-Trikot auflaufen wird Combo-Forward Seamus Boxley. Die 46ers-Verantwortlichen haben die Entscheidung getroffen, die bis zum 4. Februar 2008 befristete Auflösungsoption im Vertrag mit dem US-Amerikaner nicht zu ziehen. Der Kontrakt von Boxley verlängert sich somit automatisch bis zum Saisonende.
Head Coach Thorsten Leibenath äußerte sich nach der Partie in Göttingen wie folgt: „Wir haben erneut eine unbefriedigende Leistung gezeigt. Göttingen hat als Team toll zusammen gespielt und unsere Schwachstellen schonungslos aufgedeckt. Der Knackpunkt des Spiels waren die letzten zweiten Minuten vor der Pause. Der 14:2-Lauf von Göttingen hat das Spiel entschieden und uns mental weh getan. In dieser Phase sind wir offensiv viel zu behäbig zu Werke gegangen. Zuvor hatten wir das Tempo kontrolliert und gegen die Ganzfeldpresse von Göttingen spielerisch überzeugt. Wir haben in der zweiten Halbzeit dann nicht mehr unser Tempo gefunden, sondern sind das hohe Göttinger Tempo mitgegangen. Es gibt viele Gründe, warum Göttingen des Spiel verdient gewonnen hat: Wir haben uns zu viele Turnover und eine schlechte Freiwurfquote sowie dem Gegner zu viele Offensivrebounds erlaubt. Wenn man sieht, dass David Monds und Michael Schröder zusammen 28 Punkte gemacht haben, dann wird deutlich, wo unser Problem liegt. Unsere Schwachstelle ist die Fünf. Gegen robuste Spieler können wir auf der Centerposition momentan nicht dagegen halten. Seamus (Boxley) und Michael (Umeh) waren mit ihrer Leistung heute die Lichtblicke in unserem Spiel.“
Punkteverteilung:
BG 74 Göttingen: Brooks (11), Ivey (21), Nies (0), Dill (0), Jacobson (8), Schröder (14), Grimaldi (0), Thorpe (0), Monds (14), Moore (0), Mulic (0), Jenkins (23).
LTi GIESSEN 46ers: Umeh (19), Terdenge (6), Buljevic (0), Trotter (5), Lischka (0), Robinson (0), Rouse (18), Roessler (14), Boxley (13), Hartenstein (0).


