

Auf vertrautem Terrain bestätigten die LTi 46ers jene Leistung, die sie schon beim letzten Heimsieg gegen ratiopharm Ulm aufs Osthallenparkett gelegt hatten. Das durch die Zugänge von Bill Phillips und Danny Lewis neu formierte Gießener Team bestach auch gegen den Tabellenelften aus Bremerhaven durch ein mitunter sehr schön anzusehendes, effektives Teamplay und großen Kampfgeist von der ersten bis zur letzten Minute. Dass die Leibenath-Truppe immer mehr zu einer spielstarken Einheit zusammenzuwachsen scheint, wurde gegen die Seestädter vor allem durch die 18 Assists deutlich, mit denen die LTi 46ers am Ende der Partie deutlich über ihrem Saisonschnitt (11,4) lagen.


Bremerhaven blieb zwar durch ein Drei-Punkt-Spiel von Brown und einen Tolliver-Dreier von ganz weit draußen gefährlich nah dran (84:81, 35 Sekunden Restspielzeit), doch die LTi 46ers offenbarten bei der von den Gästen in der Verteidigung angewendeten Foul-Taktik keine Nervenschwäche: Umeh (4 von 4), Trotter (2/2) und „Jo“ Lischka (2/2) erlaubten sich an der Freiwurflinie keinerlei Fehlversuche (86:81). Nachdem Bill Phillips den von Bremerhavens Point Guard Brian Brown an den Ring gesetzten zweiten Freiwurf weggefischt hatte, dabei gefoult wurde und 28 Sekunden vor dem Ende ebenfalls beide Freiwürfe zum 88:82 traf und Bremerhaven im Gegenzug erfolglos blieb, war den LTi 46ers der sechste Heimsieg in der laufenden Saison nicht mehr zu nehmen.
Absolut positiv festzuhalten bleibt, dass alle Akteure des Gießener Teams ihr Scherflein zu dem Erfolg beigetragen haben. Neben Trotter und einem sich erneut in sehr starker Form präsentierenden Michael Umeh, der vor allem im zweiten Viertel heiß lief, als er – von seinen Teamkollegen jeweils mustergültig freigespielt – innerhalb von 200 Sekunden dreimal von jenseits der 6,25-m-Linie einnetzte und Gießen die höchste Führung im gesamten Spiel bescherte (33:23/25.), überzeugten auch die übrigen Spieler in den weiß-roten LTi 46ers-Trikots. Etwa Teamkapitän „Flo“ Hartenstein, der zwar altbekannte Schwächen beim Freiwurf zeigte (1/4), dafür aber beim Rebound eine Bank war (in 15 Minuten Einsatzzeit riss er sich neun Abpraller unter den Nagel) und die Fans einmal mehr durch seine nimmermüde Einsatzbereitschaft begeisterte.

Nicht zu vergessen Bill Phillips, der abermals seine Qualitäten aus dem Dreipunktebereich unter Beweis stellte (vier Treffer bei neun Versuchen) und in der Verteidigung gegen die langen Kerls der Gäste physisch gut dagegen hielt. Danny Lewis (4 Assists) und Seamus Boxley (3 Assists) glänzten beim Vorbereiten von Korberfolgen. Etwas gehandicapt war Gerrit Terdenge nach einer im Spiel in Trier erlittenen Leistenzerrung in die Partie gegangen. Trotzdem gab der „Schalker“ in den etwas mehr als acht Minuten, die er auf dem Feld stand, wichtige Impulse, traf beispielweise in der 32. Minute einen wichtigen Dreier zum 63:63-Ausgleich.

Punkteverteilung:
LTi GIESSEN 46ers: Umeh (28), Terdenge (5), Lewis (2), Buljevic (n. e.), Trotter (11), Lischka (9), Poiger, Robinson (beide n. e.), Rouse (17), Phillips (17), Boxley (0), Hartenstein (1).
Eisbären Bremerhaven: Brown (8), Funk (18), Jonusas (0), Michael (0), Lipke (8), Doornekamp (2), Timermanis (4), Haryasz (21), Tolliver (21).
Stimmen zum Spiel:
Thorsten Leibenath (Cheftrainer GIESSEN 46ers): „Für uns war das heute ein ganz wichtiger Sieg. Wir haben eine sehr konzentrierte Leistung gezeigt, vor allem in der Offensive, wir haben sehr gut aus dem Dreipunktebereich (50 Prozent Trefferquote) geworfen. Defensiv haben wir zwar nicht immer gut ausgesehen, aber da muss man auch sehen, dass Bremerhaven eine Klasse-Mannschaft hat. Spieler wie Haryasz, Funk oder Tolliver kann man nicht so einfach ausschalten. Die haben uns das Leben schwer gemacht und gerade in Korbnähe sehr gut gepunktet. Wir waren dafür von den Außenpositionen einen Tick besser. Mitentscheidend für den Sieg war, dass wir es geschafft haben, die Anzahl unserer Ballverluste in der zweiten Halbzeit auf zwei zu halten, nachdem wir in Hälfte eins noch neun Turnover zu beklagen hatten, und heute Abend sehr gut zusammengespielt haben – 18 Assists sprechen eine deutliche Sprache, und das war heute auch der Unterschied zu Bremerhaven, die nur acht Assists hatten.
Wir sind sehr glücklich, dass uns dieser Sieg heute gelungen ist. Wir müssen da jetzt einen draufsetzen. Die Mannschaft ist absolut heiß drauf, den ersten Auswärtssieg in dieser Saison zu holen. Wir werden am nächsten Wochenende motiviert und selbstbewusst nach Jena fahren, wissen aber auch um die Schwere dieser Aufgabe.
Alle unserer Spieler, egal, ob sie auf dem Feld standen oder verletzt waren und das Team von der Bank aus unterstützt haben, hatten heute ihren Anteil an dem Sieg. Natürlich sind die 28 Punkte von Michael Umeh ein Stück weit herausragend, zumal er auch gegen Nate Funk gut verteidigt hat. Aber genau so kann man einen Florian Hartenstein, der neun Rebounds in 15 Minuten Einsatzzeit abgegriffen hat, einen Seamus Boxley, der ein ums andere Mal einen guten Pass gespielt hat, oder einen Danny Lewis, der vier tolle Pässe zu Korberfolgen gegeben hat, als Mitgaranten für den Sieg nennen. Obie Trotter hat eine sehr gute Vorstellung abgeliefert. Ich war froh, dass er endlich wieder den Dreier getroffen hat. Das hat ihm Selbstvertrauen gegeben. Er hat tolle Pässe gespielt und wichtige Steals geholt. Wichtig war aber, dass heute jeder Spieler einen wichtigen Beitrag zu dem Sieg geleistet hat.“
Sarunas Sakalauskas (Cheftrainer Eisbären Bremerhaven): „Gießen hat verdient gewonnen. Unser Gegner hat 90 Punkte gemacht. Das heißt, dass wir es heute nicht geschafft haben, die gegnerische Offense zu stoppen. Wir haben der Gießener Mannschaft erlaubt, ein gutes Gefühl im Angriff zu bekommen. Von uns war es ein schlechtes Spiel, trotzdem waren wir im dritten und vierten Viertel noch weiter im Besitz einer Siegchance. In den letzten Spielminuten war unsere Verteidigung dann einfach nicht gut genug, den besten Spielern von Gießen sind einige offene Würfe erlaubt worden. Daran, ob wir in die Play-offs kommen, denken wir nicht. Wir konzentrieren uns nur von Spiel zu Spiel. Tony Bobbitt ist erst seit kurzer Zeit bei uns. Wir haben uns entschieden, heute ohne ihn zu spielen. Zygimantas Jonusas fühlte sich gesundheitlich nicht gut, wahrscheinlich infolge der Reise. Wir wollten da nichts riskieren, deshalb hat er kaum gespielt und Ivars Timermanis an seiner Stelle viele Minuten bekommen.“
Bilder: Mediashots Werbefotografie,


