

Die ersten Punkte der Partie durch einen Dreier von Berlins Power Forward Ansu Sesay (0:3) konterte Shooting Guard Michael Umeh ebenfalls mit einem erfolgreichen Wurfversuch von jenseits der 6,25m-Linie (3:3/2.). 
Eingeleitet von einem beherzten Hartenstein-Drive zum Korb, bei dem das 46ers-Urgestein seinen Gegenspieler Adam Chubb sowie die als Hilfen herbeigeeilten Rashad Wright und Philip Zwiener wie Statisten aussehen ließ und zum 19:22 ablegte, sahen die Fans zu Beginn des zweiten Viertels die stärkste Phase ihres Teams. Highlights waren ein erneuter Korberfolg von Flo Hartenstein – der Käpt’n hatte sich nach einem missglückten Reverse lay-up von Jo Lischka den Offensivrebound geschnappt und bei einem Foul von „Sascha“ Nadjfeji zum 27:23 abgelegt – und ein Drei-Punkt-Spiel von Veteran Danny Lewis im darauf folgenden Angriff: Der 38-Jährige zog gegen Steffen Hamann zum Korb, sprang in Höhe der Freiwurflinie ab, drückte nach reichlich „Hangtime“ kurz vor Wiederaufnahme des Bodenkontaktes ab und hängte dabei dem zur Hilfe geeilten Nadjfeji das zweite Foul binnen 60 Sekunden an – 
Nach dem Wechsel bestimmte die LTi-Truppe zunächst wieder das Geschehen. Die Gäste fanden kein Mittel gegen die Mann-Mann-Verteidigung der Gießener, auf der anderen Seite wurde weiter erfolgreich das Anspiel auf die Center forciert (47:40, nach feinem „Backdoor“-Anspiel auf Corey Rouse). Es dauerte viereinhalb Minuten, ehe ALBA durch Freiwürfe von Ansu Sesay die ersten Punkte in Hälfte zwei erzielen konnte (47:42/25.). Das hohe Maß an Konzentration, mit dem die Hausherren bis dahin bei ihren Angriffen zu Werke gegangen waren, konnte in der Folge nicht aufrecht erhalten werden, damit einhergehend wurden auch die Foulprobleme auf den großen Positionen zunehmend größer: Terdenge bekam in der 25. Minute sein viertes Foul aufgebrummt, Rouse sein drittes. Der ohne Center Patrick Femerling (Knieprellung) angetretene Champion nutzte die Ballverluste und jetzt teilweise auch sehr leichtfertig vergebenen Korbchancen der Gießener Fünf, um die Kontrolle über das Spiel zu erlangen (47:48, McElroy im Fastbreak/26.). In der Offensive waren es nun vor allem Ansu Sesay und Julius Jenkins, die der Partie ihren Stempel aufdrückten. In engen Spielsituationen machte sich nun zudem auch bemerkbar, dass gegen die 46ers nach der Pause fünf Fouls mehr als gegen den Meister aus der Hauptstadt gepfiffen wurden.

Trainerstimmen:
Simon Cote, Head Coach LTi GIESSEN 46ers:
„Glückwunsch an ALBA Berlin. Wir haben heute gegen ein sehr starkes Team mit einem großartigen Spielstil verloren. Trotz der Niederlage war die Partie aus meiner Sicht dennoch ein Erfolg für uns, denn wir haben schon vorher gesagt, dass wir den Erfolg des Spiels nicht an dem Ergebnis messen, sondern daran, wir wir auftreten und als Team zusammenspielen. Im Vergleich zu unseren letzten Spielen haben wir uns verbessert. Gegen Barcelona haben wir 20 Minuten, gegen Oldenburg 15 Minuten den Teambasketball gespielt, den wir uns vorstellen. Heute haben wir das auf 25 Minuten steigern können. Gefightet haben wir die vollen 40 Minuten lang, aber Berlin ist individuell besser und tiefer besetzt als wir und hat daraus in den letzten 15 Minuten der Begegnung Kapital schlagen können. In kritischen Spielsituationen hat ALBA wichtige Körbe erzielt. Es war eine große Challenge für uns, am Anfang der Saison gegen zwei so gute Teams wie Oldenburg und Berlin zu spielen. Ich glaube, dass diese Begegnungen uns dabei geholfen haben, zu einem noch besseren Team zu werden und in Zunkunft noch konstanter auf einem hohen Niveau spielen zu können. (..) Ich habe im Training nichts Besonderes mit Florian Hartenstein gemacht. ‚Flo‘ kämpft auf dem Feld wie ein Löwe. Er ist für seine Größe und Statur sehr schnell und konditionstark und das kommt ihm bei unserer Spielphilosophie zu Gute. Ich und das ganze Team glauben an ihn und er nutzt die Chancen, die er bekommt. Das Selbstvertrauen holt er sich ganz alleine durch die Leistungen, die er auf dem Feld zeigt.“
Luka Pavicevic, Head Coach ALBA Berlin:
„Wir haben kein leichtes Spiel erwartet und wir haben kein leichtes Spiel bekommen. Gratulation an Gießen, die 46ers haben ihre guten Leistungen aus der Preseason auch jetzt in der Saison schon bestätigen können. Mit Oldenburg und uns mussten sie gegen zwei Teams antreten, die zu den Top Five in der BBL zählen. Gießen spielt offensiv und defensiv sehr strukturiert, man muss sehr konzentriert agieren, um gegen dieses Team zu bestehen. Wir waren heute in der ersten Hälfte noch nicht ganz bei der Sache, haben Gießen zu viele Breakdowns und Offensivrebounds erlaubt. Nach der Pause sind wir in diesen Bereichen dann konzentrierter zu Werke gegangen, haben besser verteidigt und einen wichtigen Sieg nach Hause gefahren, zu dem ich meinen Spielern gratuliere.“
Punkteverteilung:
LTi GIESSEN 46ers: Jeffers (11), Umeh (3), Terdenge (6), Lewis (14), Lischka (2), Poiger (n.e.), Rouse (10), Freese (0), Schaffartzik (3), Taylor (n.e.), Hartenstein (17).
ALBA Berlin: Jacobsen (9), Herber (n.e.), Hamann (0), Zwiener (3), Dojcin (n.e.), Sesay (17), Jenkins (14), Wright (1), Chubb (10), McElroy (18), Nadjfeji (9).
Bilder: Mediashots Werbefotografie


