Die Wunden sind geleckt

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Am Freitag wollen die GIESSEN 46ers mit einem Sieg im vierten Playoff-Halbfinale gegen Kirchheim ein Endspiel im Schwabenland erzwingen.

Ja, es war ein mächtiger Crash im Autoland Baden-Württemberg, aber noch lange kein Totalschaden. Die Wunden sind geleckt, die Schrammen verpflastert und die Beulen versorgt. Ob „Dr. Ignjatovic“ seinen „Patienten“ allerdings das richtige Allheilmittel mit auf den Weg gegeben hat, werden alle Unfallbeteiligten spätestens am Freitagabend, wenn die Dunkelheit einsetzt, wissen. Entweder ist ihnen ein Licht aufgegangen und sie haben Spiel fünf erreicht. Oder aber die „Ritter“ haben ihnen die Lichter ausgeknipst. 

Partie Nummer vier im Playoff-Halbfinale der BARMER 2. Basketball-Bundesliga ProA wird in der Osthalle an diesem Freitag ab 20 Uhr den GIESSEN 46ers Aufschluss darüber geben, ob sie sich zum dritten Mal in dieser Best-of-five-Serie ins Schwabenland aufmachen dürfen oder ob die Bozic Estriche Knights Kirchheim, die weder nach oben wollen noch es können, ihnen den Finaleinzug und damit auch den vermeintlichen BBL-Aufstieg streitig gemacht haben. 

„Wir wollen am Freitag den Bock umstoßen“, ist sich „Frenki“ Ignjatovic sicher, dass eine abermals stimmgewaltige Osthalle (es gibt noch Restkarten) seine Jungs so pushen wird, dass die 63:91-Abreibung vom Tag nach dem langen Pfingstwochenende in der Sporthalle Stadtmitte endgültig abgeheftet werden darf. 

Die Sprach- und Fassungslosigkeit des Cheftrainers und Sportlichen Leiters in Personalunion ist einer Aufbruchstimmung gewichen: „Kurz nach dem Match konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen, wie es weitergehen sollte, inzwischen haben wir aber in einer Videositzung unsere Fehler aufgearbeitet und erkannt, woran wir feilen müssen. Eine solche Abreibung werden wir uns nicht noch einmal einfangen, das kann ich versprechen. Wir wollen ein Entscheidungsspiel am Sonntag und werden alles dafür geben.“

Es sind Worte, denen sich sein Kapitän Robin Benzing gerne anschließt: „Wir können viel, viel mehr, als wir in den beiden letzten Partien gezeigt haben“, erinnert der 37-Jährige alle Beteiligten noch einmal an die drei Siege gegen den Hauptrunden-Zweiten HAKRO Merlins Crailsheim im Viertelfinale sowie an den klaren 90:77-Auftakterfolg südöstlich von Stuttgart zum Start in die Vorschlussrunde. „Wir haben nichts verlernt, wir werden deutlich besser auftreten als noch am Dienstag. Und sollte es dann zu einem Entscheidungsspiel am Sonntag in Kirchheim kommen, dann werden die Karten neu gemischt, dann geht alles wieder von vorne los. Und dann werden wir mal sehen, was passiert“, möchte der 167-fache Internationale unbedingt mit den 46ers ins Oberhaus zurückkehren. 

Dass dazu jedoch einige Basics, die eine Runde zuvor noch so prächtig funktionierten, wieder abgerufen werden müssen, versteht sich von selbst. Basics wie jene leidenschaftliche Defense, die Crailsheim völlig entnervte. Basics wie eine vernünftige Trefferquote, die jene 35 Prozent vom Dienstag klar übersteigen und an jene 49 Prozent aus der Crailsheim-Serie oder an die 54 Prozent aus dem Auftakterfolg in Kirchheim erinnern darf. Und auch Basics wie eine höchstens einstellige Zahl an Ballverlusten, die am Dienstag mit 17 deutlich zu hoch ausgefallen waren.

Wenn dann auch noch erfahrene Schützen wie Daniel Norl, Kyle Castlin, Aiden Warnholtz und Viktor Kovacevic brauchbar scoren, die beiden Gießener Go-to-Guys Simon Krajcovic und Adnan Arslanagic die Kugel laufen lassen, Till Gloger, Jonathan Maier und Robin Benzing sie energisch herunterpflücken und Luis König Figge jene Energie an den Tag legt, ob der ihn die Fans so sehr lieben, dann sollten die „Ritter“ ihre Rüstung fest verschließen. 

Einen Crash wie am Dienstag wollen und werden die GIESSEN 46ers nicht wieder erleben …

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