Debüt bei Profis Lohn für Trainingsfleiß

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Er ist die Überraschung der Vorbereitung. Jonas Weiser mischt fleißig im Profiteam der LTi GIESSEN 46ers mit. Der 18-Jährige aus der U19 Nachwuchs Basketball Bundesliga-Mannschaft der LTi 46ers Juniors nutzt die Chance, die er nach den Ausfällen von Mathias Perl und Dominic Lockhart von Cheftrainer Björn Harmsen bekommen hat. In den drei Testspielen gegen Karlsruhe, Ulm und Paderborn lieferte der Gießener beherzte Vorstellungen ab, stand im Schnitt 22 Minuten pro Partie auf dem Feld. 

„Zu Beginn des Sommers hatten wir Jonas nicht in unserem engeren Blickfeld. Er hat aber den ganzen Sommer über viel Fleiß an den Tag gelegt, hart trainiert und in dieser Zeit eine sehr positive Entwicklung vollzogen. Das honorieren wir, die Einsätze in den Testspielen sind der verdiente Lohn“, erklärt LTi 46ers-Sportdirektor Vladimir Bogojevic den Sprung des Nachwuchsspielers in den Trainingskader des Beko Basketball-Bundesligisten. Das tägliche Training, das die LTi 46ers in den Sommermonaten für Jugendspieler aus der Region anboten, habe ihm in seiner Entwicklung weitergeholfen, sagt Weiser, der in diesem Schuljahr sein Abitur (Leistungsfächer Biologie und Sport) an der Gießener Liebigschule baut. „Manchmal waren bei den Einheiten drei oder vier Trainer dabei. Da ist es natürlich viel besser möglich, an Kleinigkeiten, technischen Feinheiten zu arbeiten“, so der 1,80 Meter große Guard. 

Vor seinem Debüt bei den „großen“ LTi 46ers im Test gegen den Pro-A-Ligisten BG Karlsruhe sei er schon aufgeregt gewesen, gibt Weiser zu, auf dem Feld habe sich das aber schnell gelegt. In der Verlängerung netzte er zwei Freiwürfe ein, half – nicht nur dadurch – mit, den 99:91-Sieg einzutüten. „Bei den Profis wird deutlich körperbetonter gespielt als im Nachwuchsbereich. Daran musst du dich erst gewöhnen“, beschreibt der Aufbauspieler, der im Alter von fünf Jahren beim MTV 1846 Gießen mit dem Basketballspielen begann und in den Altersklassen U16 und U18 beim BBLZ Mittelhessen auf Korbjagd ging, den seiner Meinung nach signifikantesten Unterschied zwischen Junioren- und Profibasketball. 

In den zweieinhalb Wochen, die er nun mit dem Gießener Beko BBL-Team trainiert, hat der 18-Jährige, der den NBA-Profi Chris Paul („Er spielt geniale Pässe“) als sein basketballerisches Vorbild angibt, schon einiges für sich mitnehmen können. Von Radenko Pilcevic etwa habe er sich abgeschaut, wie man in Ballbesitz Ruhe und Übersicht behält und den Körper effektiv einsetzt. In der Mannschaft fühlt er sich gut aufgenommen. Während der Trainingseinheiten kommt es vor, dass er von einem Teamkollegen zur Seite genommen wird und Dinge erklärt bekommt. Zum Beispiel von Misan Nikagbatse. „Der ist ziemlich locker“, sagt der Youngster über den ehemaligen Nationalspieler, dessen Name Weiser natürlich schon lange vor Nikagbatses Wechsel zu den LTi 46ers ein Begriff war.

Jonas Weiser ist klar, dass er bei den Profis in die zweite Reihe rückt, sobald „Matze“ Perl und Dominic Lockhart wieder fit sind. Der U19-Spieler wird trotzdem weiter Gas geben, hart an sich arbeiten – und Erfolge anstreben. In seinem dritten Jahr mit der NBBL-Mannschaft der LTi 46ers Juniors möchte er in der kommenden Spielzeit endlich einmal nicht nur in die Playoffs einziehen, sondern dort dann auch zumindest die erste Runde überstehen. „Noch physischer spielen und schneller in der Defense werden“, lauten seine persönlichen Ziele für die Saison 2011/2012. Gelingt ihm dies, wird Jonas Weiser auch in der Zukunft sicher noch häufiger im Trikot der LTi 46ers-Profimannschaft auf dem Feld zu sehen sein.

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