Was Assistenztrainer Nikola Stanic von den Gießen 46ers im Playoff-Viertelfinale erwartet.
Nikola Stanic verbrachte den späten Samstagabend in serbischer Runde. Der Assistenztrainer und Taktikexperte der Gießen 46ers saß gemeinsam mit Landsmann und Center Viktor Kovacevic sowie mit dessen Ex-Mitspieler Mladen Vujic am Tisch im VIP-Raum der Osthalle. Gut gelaunt. Nicht nur wegen des erfreulichen Besuchs von Vujic, sondern auch beflügelt vom starken 88:69-Sieg der Mittelhessen gegen die Baskets Koblenz. Einer Art Generalprobe für die Playoffs, die am Donnerstag (19.30 Uhr) für die 46ers mit dem Viertelfinal-Start der Best-of-Five-Serie in Crailsheim beginnen. Was Nikola Stanic für diese drei, vier oder gar fünf Spiele erwartet, sagt der Mann aus Belgrad im Interview.
Nikola, haben Sie ausreichend weiße Hemden für Ihren Anzug parat, den Sie bei allen Spielen tragen?
Aber ja (lacht). Vor den Playoffs muss man vorbereitet sein. Denn wenn die Spiele laufen, ist überhaupt keine Zeit mehr dafür, sich um Anzüge oder Hemden zu kümmern.
Waschen und bügeln Sie die Hemden selbst?
Nein, nein, das würde nicht gut aussehen. Ich bringe die Hemden in die Reinigung.
Hemden und Anzüge sind vorbereitet. Aber nennen Sie uns drei weitere Gründe, warum die Gießen 46ers die Serie gegen Crailsheim gewinnen werden.
Man muss manchmal die gewohnte Logik verlassen. Also die Logik, die aussagt, dass eine Mannschaft, die zuletzt so erfolgreich war, auch weiter gewinnen wird. Nein, Crailsheim hat in der Rückrunde dieser Saison nur einmal verloren. Und genau deshalb kommt jetzt die Zeit, in der sie wieder verlieren werden. Auch in anderen europäischen Ligen tun sich in den Playoffs die vermeintlich besten Mannschaften oftmals sehr schwer.
Und der zweite und dritte Grund?
Der Druck auf Crailsheim ist enorm hoch. Jeder erwartet, dass die Mannschaft gegen uns gewinnt und dann auch aufsteigt. Das ist ein gewaltiger Erfolgsdruck. Und der dritte Grund ist einfach genannt: Der dritte Grund, warum wir Crailsheim schlagen, ist die Osthalle. Dort ist es ganz schwer, gegen uns zu gewinnen.
Feilen Sie schon an der Taktik fürs erste Spiel?
Natürlich. Der Headcoach und ich werden uns noch Spiele der Crailsheimer anschauen. Aber man muss dabei immer damit rechnen, dass der Gegner in den Playoffs plötzlich eine andere Taktik wählt. Wobei ich mir sicher bin, dass wir uns mit der extrem aggressiven Defense der Merlins auseinandersetzen müssen. Und genauso aggressiv müssen auch wir zu Werke gehen. Ich glaube, dass es in dieser Serie Ähnlichkeiten zum vergangenen Jahr gibt, als wir gegen Jena unterlagen. Allerdings war Jena damals noch stärker als Crailsheim jetzt. Und das erste Spiel in Jena haben wir damals gewonnen, weil wir noch aggressiver als der Gegner aufgetreten sind. Das muss uns jetzt auch am Donnerstag gelingen.
Warum verlief diese Saison für die 46ers so holprig?
Ach, wir hatten so viele Probleme, die sich durch die ganze Spielzeit gezogen haben. Das begann bereits mit dem Spiel gegen Hagen, als wir nach hoher Führung noch verloren haben. Das hat unsere Mannschaft aus der Spur gebracht. Dann kamen viele Verletzte dazu. Und manches ist letztlich auch schwer zu erklären. Aber man darf eines nicht vergessen: Vor zwei Jahren haben wir eine ähnliche Rückrunde wie Crailsheim jetzt gespielt. Wir sind als haushoher Favorit gegen Karlsruhe angetreten und haben dann verloren. Alles ist in den Playoffs möglich. Denn die Teams sind insgesamt betrachtet leistungsmäßig sehr dicht beieinander. Ich bin überzeugt davon, dass unsere Mannschaft ab Donnerstag ihren besten Basketball zeigen wird.


