GIESSEN 46ers holen Sieg im Herzschlagfinale zum 1:0 in der Serie gegen Science City Jena

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Das hat Lust auf mehr Playoff-Basketball gemacht: Die GIESSEN 46ers gehen durch einen denkbar knappen 75:74-Erfolg gegen Science City Jena in der Viertelfinalserie der Playoffs in der 2. Basketball-Bundesliga ProA mit 1:0 in Führung. Vor 2.193 Zuschauern in der Sporthalle Gießen-Ost spielten sich die 46ers in der ersten Halbzeit eine 16-Punkte-Führung heraus. Der Gast aus Thüringen verkürzte aber und ging sogar kurz vor Spielende in Front. Zum Ende behielt die Mannschaft von Trainer Denis Wucherer aber die Nerven und gewann das erste Spiel der Serie. Bester Werfer auf Seiten der Mittelhessen war Myles Hesson mit 21 Punkten.

Schon vor der Partie war die besondere Stimmung in der traditionsreichen Spielstätte zu merken. Es war eindeutig: Die lang vermisste Playoff-Zeit ist zurück in der Sporthalle Gießen-Ost. Benjamin Lischka ließ sich davon anstecken und erzielte die ersten Zähler für die 46ers aus der Distanz (3:0, 1.). Zwar fanden die Gäste zunächst besser in die Partie, bemerkbar machte sich das aber nicht im Spielergebnis. Jenas Dennis Tinnon ließ zudem die Würfe von der Freiwurflinie liegen. Besser machte es Steven Bennett, der mit zwei Dreiern in Folge die Mittelhessen auf 9:4 in Führung brachte (4.). Wenig später war es erneut der US-Amerikaner, der sich nun hinten den Ball eroberte und vorne die Zähler zum 11:4 erzielte (5.), ehe Rob Chubb mit einer schönen Täuschung am Brett auf 13:4 erhöhte (5.). Jena fand nun doch besser in die Partie und verkürzte auf 8:13 (6.), nach dem Distanztreffer und dem Dreipunktespiel durch Myles Hesson, der Mitte der Woche mit dem Training pausieren musste, zog Gießen allerdings auf 21:9 davon (9.). Zum Ende des ersten Viertels traf dann TJ DiLeo noch einen Dreipunktewurf zum deutlichen 27:11.

Die ersten Punkte gingen im zweiten Viertel an die Thüringer. Die prompte Antwort gab es allerdings von Steven Bennett zum 31:15 (12.). Drei Punkte durch Dorenzo Hudson wurden wiederum von Bennett per Dreier (14.) beantwortet. Jena wurde nun aber offensiv immer stärker und verkürzte durch Julius Wolf per Dreier-Wurf (34:25, 16.). Die 46ers konnten aber weiterhin dagegenhalten. Benjamin Lischka ließ einen Dreier folgen, ehe Myles Hesson durch Freiwürfe auf 38:25 erhöhte (15.). TJ DiLeo ließ die Dreier-Show weitergehen und schraubte das Ergebnis auf 42:27 (18.). Billy Rush traf dann für Jena mit einem Dreier, den Hesson in derselben Minute durch einen schönen Wurf wieder beantwortete (44:30, 19.). TJ DiLeo war es dann, der in der letzten Sekunde der ersten Hälfte zum Halbzeitstand von 46:30 einnetzte.

Nach dem Seitenwechsel konnte Benjamin Lischka, nach einem schönen Anspiel von Steven Bennett, nur mit einem Foul gestoppt werden. Der 46ers-Akteur verwandelte anschließend beide Freiwürfe in diesem dritten Viertel. Rob Chubb konnte gleich danach zwei Punkte zum 50:30 nachlegen (22.). Dennoch kam Jena nun scheinbar endgültig in der Offensive in Fahrt (52:39, 23.), darum nahm Denis Wucherer sofort eine Auszeit, um den Fluss zu stoppen. Chubb erhöhte in der Folge nach Anspiel von Bennett mit den Punkten und einem verwandelten Bonus-Freiwurf (55:39, 25.). Jena presste jetzt vermehrt, jedoch konnten die Gießener immer wieder geschickt den Ball nach vorne tragen. Myles Hesson erhöhte dann per Alley-Oop-Dunk zum 59:41 (26.). Jena konnte jedoch durch Billy Rush den Vorsprung der 46ers weiter verkürzen (59:49, 27.). Dorenzo Hudson per Dreier (60:53, 28.) und Reyes-Napoles (55:60, 29.) ließen den Rückstand auf Seiten der Thüringer weiterhin schmelzen. Die letzten Punkte in diesem Viertel erzielte aber Myles Hesson durch Freiwürfe zum 62:55 für die GIESSEN 46ers.

Jena hatte jetzt mehr Zugriff auf die Partie, doch TJ DiLeo war es einmal mehr, der wichtige Zähler erzielte und per Dreier zum 65:55 traf (31.). Dennoch: Die Gäste spielten nun mit deutlich mehr Intensität als noch zu Beginn der Partie. Die 46ers hielten aber dagegen, wodurch es spätestens jetzt zu einer echten Playoff-Schlacht wurde. Erschwerend kam für die Mittelhessen hinzu, dass mit Myles Hesson und Steven Bennett die beiden Topscorer der Partie mit vier Fouls belastet waren (33.). Knapp sechseinhalb Minuten vor dem Ende musste dann allerdings Benjamin Lischka mit einem Foul sowie einem technischen Foul das Spielfeld verlassen. Jena lag zu diesem Zeitpunkt nur noch mit fünf Punkten zurück (61:66, 34.). Wieder war es DiLeo, der gedankenschnell reagierte und aus einer Unsicherheit im eigenen Angriffsspiel dennoch die Zähler zum 68:61 erzielte (35.). Doch nur wenig später musste auch Steven Bennett mit dem fünften Foul, einem technischen, das Feld räumen. Jena hingegen verkürzte durch die Freiwürfe von Sim auf 65:68 (35.). DiLeo nahm das 46ers-Team auf seine Schultern und rackerte an allen Ecken und Enden bis zur vollen Erschöpfung, durch die dezimierte Bank war es jedoch kaum möglich, dem agilen Guard Verschnaufpausen zu gönnen. Dennoch war es Jenas Garrett Sim dann, der durch einen weiteren Dreier den Ausgleich erzielte (68:68, 37.). Hudson traf durch seinen Freiwurf gar zur Führung der Gäste, ehe Reyes-Napoles auf 72:68 stellte (37.). Thierno Agne war es jedoch, der durch seine einzigen Punkte im Spiel die Gießener Hoffnungen wieder aufleben ließ (71:72, 38.). Eine Minute vor dem Ende lagen die 46ers dennoch mit drei Zählern zurück (71:74). Hesson verkürzte an der Freiwurflinie auf 73:74, durch zwei weitere Freiwürfe erzielte der Brite 4,1 Sekunden vor dem Ende das 75:74. Der letzte Angriff der Gäste fand nicht das Ziel, die Erleichterung war unüberhörbar: Gießen siegte knapp aber nicht unverdient und geht somit mit 1:0 in Führung.

Denis Wucherer (Cheftrainer GIESSEN 46ers): „Wir haben zu Beginn gut auf die Veränderungen im Spiel von Jena reagiert und dann lange von der hohen Führung gelebt. Die Jungs haben sich dann aber in der zweiten Hälfte zum Teil undiszipliniert gezeigt. Das geht nicht, kann aber in der Hektik passieren. Schön, dass wir es mit der Hilfe der Fans dann zum Schluss doch noch rumreißen konnten.“

Björn Harmsen (Cheftrainer Science City Jena): „Wir sind am Anfang nicht richtig ins Laufen gekommen, haben uns dann aber zurückgekämpft. Am Ende war es ein knappes Spiel. Ich hoffe, die Serie bleibt auch in den nächsten Spielen so spannend.“

GIESSEN 46ers – Science City Jena 75:74 (46:30)

Die Viertelergebnisse: 27:11, 19:19, 16:25, 13:19

GIESSEN 46ers: Joshiko Saibou, Steven Bennett (15 Punkte), Myles Hesson (21), Thierno Agne (3), TJ DiLeo (17), Falko Theilig, Benjamin Lischka (10), Felix Strack, Jonathan Malu (9 Rebounds), Rob Chubb (9)

Science City Jena: Billy Rush (7 Punkte), Garrett Timothy Sim (17), Dorenzo Hudson (18), Ermen Reyes-Napoles (5), Lars Wendt (4), Julius Wolf (3), Georg Voigtmann, Dennis Tinnon (11, 17 Rebounds), Daniel Mayr (7), Kristian Kuhn (2), Lukas Wank

Zuschauer: 2.193

Nächste 46ers-Partie: Dienstag, 08.04.2014, 20 Uhr: Science City Jena – GIESSEN 46ers (Spiel 2)

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