Im dritten Viertel reißt der Faden

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Die LTi GIESSEN 46ers haben am 31. Spieltag der Beko Basketball Bundesliga eine Niederlage einstecken müssen. Die Mannschaft von Cheftrainer Vladimir Bogojevic verlor am Samstagabend bei ratiopharm Ulm mit 72:84 und verpasste nach drei Siegen aus den vorangegangenen fünf Spielen die Chance, sich im Kampf gegen den Abstieg noch mehr Luft gegenüber der Konkurrenz zu verschaffen. In den letzten drei Saisonspielen können die Mittelhessen den Klassenerhalt aber weiterhin aus eigener Kraft unter Dach und Fach bringen. Neben dem Tabellenletzten Paderborn Baskets (5 Siege) liegen auch Phoenix Hagen und die Giants Düsseldorf mit je acht Saisonerfolgen nach wie vor hinter den LTi 46ers, die neun Siege auf dem Konto haben.

Vor 2900 Zuschauern in der Ulmer Kuhberghalle gelang es der ohne den verletzten Starting Point Guard Lorenzo Williams (Mittelhandbruch) angereisten Gießener Mannschaft zunächst, ihren Offensivplan in die Tat umzusetzen. Im Angriff kam die Truppe aus der Lahnstadt sehr häufig über die Centerspieler zu erfolgreichen Abschlüssen, nach sechs Minuten wurde eine 17:11-Führung für die Gäste notiert. Bis zum 22:18 (9.) aus Sicht der LTi 46ers hatte der bärenstark aufspielende Joe Werner bereits zwölf Punkte erzielt. Am Ende kam der Power Forward auf 25 Zähler, persönliche Saisonbestleistung für das 26-jährige Kraftpaket. Nach dem ersten Viertel lag Gießen trotz einer bis zu diesem Zeitpunkt schwachen Freiwurfausbeute (ein Treffer bei sechs Versuchen, am Ende waren es zehn Treffer bei 17 Würfen) mit 24:22 vorne.

Nach einer starken Phase der Ulmer, die zu Beginn von Viertel zwei einen 8:0-Lauf zum 30:24 hinlegten und in der 17. Minute beim Stande von 36:28 ihren bis dato höchsten Vorsprung inne hatten, gehörte die Schlussphase der ersten Halbzeit wieder den Mannen in den rot-weißen Trikots: Ein erfolgreicher Dreipunktewurf von Kapitän Maurice Jeffers brachte die LTi 46ers eine halbe Minute vor der Pausensirene wieder auf 35:36 heran – dies war zugleich auch der Halbzeitstand. Während das Gießener Team in Joe Werner (12), Elvir Ovcina (9) und Osvaldo Jeanty (7) seine erfolgreichsten Korbschützen hatte, war es auf Ulmer Seite der von der Bank gekommene Center Kevin Martin, der nach 20 Minuten die meisten (13) Punkte auf dem Konto hatte.

Das Gießener Team erwischte den besseren Start in die zweite Hälfte: Durch einen 5:0-Run hatte sich die Bogojevic-Truppe eine Vier-Punkte-Führung (40:36/22.) erarbeitet, nach fünf Punkten in Folge von Joe Werner hatte man den Vorsprung in der 25. Minute wie im ersten Spielabschnitt auf sechs Zähler ausgebaut (47:41). Anstatt diesen Vorsprung nun mit großem Selbstbewusstsein weiter auszubauen, verlor die Gießener Fünf in den verbleibenden fünf Minuten des dritten Viertels jedoch die Kontrolle über das Spiel. Auch weil LTi 46ers in der Defensive nun phasenweise die notwendige Gegenwehr vermissen ließen, konnten sich die Hausherren in einen Rausch spielen. Nach einem 20:4-Lauf gingen die Ulmer mit einer 61:51-Führung in die letzte Viertelpause.

Richtig spannend wurde es im Schlussabschnitt nicht mehr. Näher als auf acht Punkte (53:61/31.) kamen Jeffers und Kollegen an den Gegner nicht mehr heran.

„Ulm hat im dritten Viertel das Momentum über seinen Kampfgeist an sich gerissen. Das ist sehr verwunderlich, weil dieses Spiel uns hätte viel mehr bedeuten müssen als Ulm. Als Ulm in Fahrt kam, sind wir von unserer Linie abgewichen und haben den Ball nicht mehr unter den Korb gebracht, sondern zu viel von außen geworfen. Wir haben es nicht geschafft, Kevin Martin zu stoppen. Bei den nächsten beiden Heimspielen müssen wir eine andere kämpferische Einstellung zeigen“, erwartet „Vladi“ Bogojevic, dass seine Mannen in den bevorstehenden Heimspielen gegen die Brose Baskets Bamberg (23.04., 20 Uhr) und die Telekom Baskets Bonn (25.04., 17 Uhr) wieder mit jenem Biss und Engagement zu Werke gehen, der in den letzten Wochen dazu führte, dass sich die LTi 46ers eine gute Ausgangsposition im Kampf um den Klassenerhalt erspielen konnten.

Punkteverteilung LTi 46ers: Jacovic (3), Johnson (8), Perl (n. e.), Theilig (n. e.), Lischka (n. e.), Ovcina (13), Weber (1), Freese (2), Tapuskovic, Jeffers (11), Werner (25), Jeanty (9).
Beste Werfer ratiopharm Ulm: Martin (25), Benzing (20), Collins (12), Günther (10).

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