

Gehlhaar zufolge befindet man sich bereits in Verhandlungen mit anderen Aufbauspielern. Vor der angestrebten Untervertragnahme von einem der Kandidaten muss aber – zwingend notwendig – die BBL ihre Zustimmung zu dem Transfer geben. Dies war eine der Auflagen, die den LTi 46ers Ende Oktober nach Abschluss der Überprüfung der wirtschaftlichen Situation des Klubs durch den BBL-Gutachter- und Lizenzligaausschuss von Seiten der Ligakommission erteilt wurden. Die Gießener Verantwortlichen sind diesbezüglich aber guter Dinge, da durch den Spielerwechsel keine finanzielle Mehrbelastung entstehen soll.

Am Samstag treffen die LTi 46ers auf ein Team, das seit diesem Sommer einen neuen Cheftrainer hat. Silvano Poropat wurde nach rund viereinhalbjähriger Amtszeit durch Rick Stafford ersetzt, der von 2000 bis 2002 insgesamt 62 Bundesligaspiele für das Gießener Team absolvierte und vor dieser Saison einer der Kandidaten für die Nachfolge von Thorsten Leibenath als Head Coach der LTi 46ers war. Und auch der Co-Trainer-Posten in Ludwigsburg wurde in Person von „Katze“ Tyron McCoy mit einem ehemaligen Spieler des Gießener Teams besetzt.
Der 36-jährige Stafford, der zuvor als hauptverantwortlicher Coach beim Zweitligisten TSV Breitengüßbach und Assistent von Dirk Bauermann in Bamberg Erfahrung gesammelt hat, krempelte den Kader der Barockstädter, die in der letzten Saison auf Platz 13 gelandet waren, radikal um: In US-Guard Brandon Woudstra (28) blieb nur ein Leistungsträger des Aufgebots aus der Vorsaison erhalten, dazu noch die drei Deutschen Stefan Fahrad (28), David McCray (22) und Tim Koch (19), wovon die beiden Erstgenannten von Stafford im Schnitt acht bis neun Minuten pro Spiel eingesetzt werden.
Das Ludwigsburger Team musste zuletzt drei Niederlagen in Folge einstecken. Dabei zog man jeweils auswärts den Kürzeren: In Düsseldorf (82:85), Oldenburg (65:75) und am letzten Samstag in Quakenbrück. Dort führte eine ganz schwache Leistung in der zweiten Halbzeit (16:38) zu einer hohen 54:81-Niederlage. Das Spiel gegen die LTi 46ers ist für die EnBW-Truppe das erste Heimspiel nach exakt einem Monat: Am 15. Oktober fügten die Schwaben den Albatrossen aus Berlin ihre bislang einzige BBL-Saisonniederlage zu (65:58). Auch die beiden anderen bisherigen Saisonheimauftritte gegen Trier (88:83) und Braunschweig (62:61) endeten mit Erfolgen der Stafford-Truppe.
Dass eine gut funktionierende Team-Defense, also das, was den LTi 46ers zuletzt leider nicht sehr oft gelang, am Samstag der Schlüssel zum Erfolg werden könnte, zeigt ein Blick auf die bislang in dieser Saison beim nächsten 46ers-Gegner zu Buche stehende Punkteverteilung: Nicht weniger als sechs Spieler markieren im Schnitt zwischen neun und zwölf Punkten pro Partie. Bei keinem anderen Team in der BBL ist das Scoring in der Spitze auf derart viele Schultern verteilt.
Neben Woudstra (12,3 Punkte, 2,3 Assists) kann das Ludwigsburger Team auf den Außenpositionen auf den Ex-Bremerhavener Playmaker Brian Jones (30 Jahre, 9,4 Punkte, 2,9 Assists, zuletzt Lleida, Spanien) sowie den in der BBL schon für Braunschweig und Karlsruhe aktiv gewesenen Domonic Jones (28 Jahre, 9,3 Punkte) bauen. Unter den Brettern stehen Stafford mit den Centern Tomas Nagys (28 Jahre, 11,0 Punkte, 6,0 Rebounds, zuletzt Akasvayu Girona, Spanien, davor in Polen, Russland und Griechenland) und Kelvin Gibbs (30 Jahre, 9,4 Punkte, 5,9 Rebounds, stand unter anderem schon in Russland, Griechenland, der Türkei und Frankreich unter Vertrag) ebenfalls zwei sehr erfahrene Leute zur Verfügung, dazu gesellt sich der vom College (Creighton University) gekommene Power Forward Dane Watts (22 Jahre, 9,1 Punkte). Watts fehlte beim letzten Spiel in Quakenbrück aufgrund einer Prellung des Wadenbeinkopfes, soll gegen die LTi 46ers aber wieder ins Geschehen eingreifen können.


