
Geschäftsführung und Gesellschafter der LTi 46ers werden sich nun mit dem Trainerteam zusammen setzen, um die Entwicklung der Mannschaft in der ersten Saisonhälfte zu analysieren.

Der Gast aus Hagen, der seine letzten sieben Beko BBL-Spiele verloren hatte, fand jedoch die richtige Antwort. Die Hagener Verteidigung stellte sich in der Folge besser auf die Angriffsbemühungen der Gastgeber ein, die in der Endphase des ersten Viertels auf die schiefe Bahn gerieten. Phoenix-Guard David Bell sowie Forward Jacob Burtschi mit jeweils drei erfolgreichen Dreipunktewürfen in Halbzeit eins waren die Hauptverantwortlichen dafür, dass Hagen in der zehnten Minute erstmals in Führung lag (17:16) und diesen Vorsprung über die Stationen 25:22 (14.) und 35:26 (16.) auf 13 Punkte Differenz (43:30/19.) ausbaute.
Bis zur Pause verkürzte das Gießener Team auf 34:43. Abgesehen von ein, zwei Situationen hatten die LTi 46ers bis dahin zwar die Vorgabe erfüllt, den Defensivrebound zu kontrollieren und auch Zach Peacock (18 Punkte in Hälfte eins) hatte unter dem Hagener Brett immer wieder für Wirbel sorgen können, doch bedenklich stimmte die Tatsache, dass der Gegner auf Kurs in Richtung einer Endpunktzahl von mehr als 80 Punkten steuerte.
Der Start ins dritte Viertel machte nur wenig Hoffnung. Zu einfach kamen die Volmestädter phasenweise zu ihren Punkten, nach einem Drei-Punkte-Spiel von Phoenix-Center Bernd Kruel, der nach einem Hagener Einwurf von der Gießener Grundlinie alleine gelassen worden war, stand es aus Gießener Sicht 42:53 (24.). Die Hausherren mochten zwar nicht aufstecken, suchten weiterhin ihre langen Kerls und kämpften sich bis auf fünf Punkte (52:57/28.) und dann sogar bis auf vier Punkte (59:63/30.) an Hagen heran.
Der geringer gewordene Punkteabstand und der Umstand, dass die Gießener Fans in dieser Phase lautstark hinter ihrem Team standen, störte die Mannschaft von Coach Ingo Freyer bei ihrem Tun jedoch nur kurzzeitig. Innerhalb von vier Minuten verschlechterte sich die Ausgangslage der LTi 46ers nachhaltig, der Rückstand war in der 34. Minute nach einem weiteren Dreier von Burtschi wieder auf 13 Zähler angewachsen (62:75). Wenig später traf David Bell sogar aus achteinhalb Metern zum 66:79 (36.). Bis zur Schluss-Sirene schafften es die 46ers nicht, diesen Rückstand geringer werden zu lassen.

Für Coach „Vladi“ Bgojevic die entscheidenden Faktoren für die Niederlage. „Die Dreier von Hagen waren ganz sicher nicht entscheidend. Elf Dreier sind zwar jede Menge, aber statistisch gesehen hat Hagen von der Dreierlinie genau das getroffen, was wir erwartet haben. Das, was uns auf jeden Fall weh getan hat, sind die 62 Prozent, die Hagen aus dem Zweierbereich getroffen hat. Das war der Knackpunkt, dass fast jede Penetration durch die Zone auch zum Korb ging und zum Ende hin auch einige Dinger mit Foul rein fielen. Das ist dann, zusammen mit den elf Dreiern, die Hagen getroffen hat, tödlich. Man sieht auch an der Freiwurfstatistik, dass Hagen viel aggressiver zum Korb gegangen ist, obwohl das unsere Devise war. Wir haben es in den Phasen, in denen Zack (Peacock) den Ball bekommen hat, gut gemacht, gerade am Anfang des Spiels, aber eben nicht über die 40 Minuten.“
Gefragt dazu, wie es jetzt weitergeht und ob Rücktritt für ihn ein Thema wäre, antwortete Bogojevic: „Die Hinrunde ist jetzt vorbei, ich bin ganz sicher, dass wir einige Dinge analysieren müssen. Zurückzutreten wäre wie aufzugeben. Und ich gebe nicht auf. Ich habe mich mit dem Gedanken auseinander gesetzt, aber das wäre gegen alles, woran ich glaube.“
Hagens Coach Ingo Freyer sagte in der Pressekonferenz: „Ich bin froh darüber, dass wir ein wichtiges Spiel gewonnen haben und über die Art und Weise, wie wir hier aufgetreten sind. Wir waren über die gesamten 40 Minuten konzentriert, hatten den Fokus stets auf dem, was wir machen wollten. Ganz wichtig war, dass wir Gießen auf null von sechs Dreiern gehalten haben. Wir wissen, wie gut Smith und Chase (Griffin) Dreier treffen können. Da stört es auch nicht weiter, dass Peacock unter dem Korb einige Dinger macht und am Ende auf 27 Punkte kommt. Heute haben wir draußen alles zu gemacht. Das war in den letzten Spielen anders.“
Punkteverteilung
LTi 46ers: Gamqrelidze (8), Smith (2), Freese (2), Perl (0), Mädrich (n. e.), Schwartz (0), Ovcina (16), Kepkay (4), Brooks (11), Griffin (6), Peacock (27).
Phoenix Hagen, beste Werfer: Bell (25), Burtschi (24), Jonusas (14).
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