Auf souveräne Art und Weise haben die LTi GIESSEN 46ers am frühen Sonntagabend ihren siebten Erfolg in der laufenden Beko BBL-Spielzeit eingefahren und ihre Situation im Kampf gegen den Abstieg in Liga zwei verbessert. Bei den Paderborn Baskets siegten die Mittelhessen nach einer überzeugenden Vorstellung mit 78:63 (46:31). Nach dem 71:65-Hinspielerfolg entschieden die LTi 46ers damit auch den direkten Vergleich zu ihren Gunsten.

Ansonsten wurde die Partie vor 2400 Zuschauern in der Sporthalle am Maspernplatz aber von den Gästen aus dem Hessenland dominiert, bei denen Stevan Tapuskovic (klagte vor dem Spiel über Fieber) nicht mitwirken konnte. Die von rund 50 Fans lautstark unterstützten Spieler des Gießener Teams versuchten und schafften es immer wieder den Ball in die gegnerische Zone zu bewegen, nutzten Vorteile im Eins-gegen-Eins konsequent und waren im Angriff von ihren Gegenspielern in der Anfangsphase fast nur auf unfaire Weise zu stoppen; sieben Fouls waren gegen die Gastgeber bereits gepfiffen worden, als in Minute sieben beim Stande von 12:19 aus Baskets-Sicht auch die Bogojevic-Truppe das erste Foul angekreidet bekam. Nach dem ersten Viertel führte Gießen mit 24:21.

Zur Pause stand es verdientermaßen 46:31 für die Jungs um Kapitän „Moe“ Jeffers, die nicht nur in Hälfte eins mit einer guten Trefferausbeute überzeugten (Freiwürfe: 14 von 18, Zweier: 10 von 15, Dreier: 4 von 8).
Die Hausherren kamen mit neuem Mut aus der Kabine, bekamen nach einem erfolgreichen Dreipunkteversuch von Guard DeAndre Haynes zum 34:46 (22.) von den 46ers jedoch Nadelstiche in Form von zwei Dreiern (Jeanty, Jeffers, 34:52/24.) versetzt. Mit Übersicht (Werner-Korbleger nach feinem Ovcina-Zuspiel, 36:54), konzentriertem Verteidigen und einer anhaltend hohen Trefferquote bei den Würfen aus großer Distanz (Jeffers-Dreier zum 42:61/27.) bauten die Rot-Weißen ihre Führung weiter aus.
Auch ein zwischenzeitlicher 7:0-Lauf Paderborns am Ende des dritten Viertels (49:62) brachte die Gießener Mannschaft nicht mehr aus dem Rhythmus. Spätestens als die Gießener Fans nach dem vierten Dreier von Osvaldo Jeanty (bei acht Versuchen) zum 54:71 „Niemals 2. Liga, niemals, niemals…“ intonierten, war die Entscheidung gefallen (35.). Maurice Jeffers rundete seine gute Vorstellung (20 Punkte, 5 von 7 aus dem Feld, 6 von 6 Freiwürfe, 4 Rebounds) eine Minute später mit seinem vierten erfolgreichen Dreipunktewurf (bei fünf Versuchen) ab.
Für das Siegerteam aus Gießen stand am Ende eine 55-prozentige Trefferquote aus dem Feld (10/19 Dreier) zu Buche (Paderborn: 38%). Der Jubel über den dritten Auswärtserfolg in dieser Saison indes fiel direkt nach Spielschluss verhalten aus. Einerseits war der Sieg nicht wirklich in Gefahr, zum anderen ist die „Mission Klassenerhalt“ noch längst nicht erfüllt. Weitere Siege müssen her, um den Abstand auf die beiden Abstiegsplätze weiter zu vergrößern: momentan ist man gegenüber Hagen mit einem Sieg, gegenüber Paderborn mit zwei Siegen und dem besseren Direktvergleich im Vorteil.
Vladimir Bogojevic bilanzierte nach dem Spiel: „Für uns war das heute ein sehr wichtiger Sieg. Zum einen haben wir unseren Konkurrenten gezeigt: Wir sind noch da. Zum anderen haben wir auf die Siegerstraße zurückgefunden und Selbstvertrauen für die restlichen Spiele tanken können. Paderborn war heute nach den ganzen Ereignissen im Vorfeld mit dem neuen Trainer, dem Sieg in Trier und der daraus resultierenden positiven Energie ein ganz unangenehm zu spielender Gegner. Barrett hat uns zunächst vor unlösbare Aufgaben gestellt, wir haben uns dank unserer hohen Qualität aber im Spiel gehalten. Als wir Barrett dann im Griff hatten, haben wir unsere Aufgabe hier auf eine zufriedenstellende Art und Weise gelöst. Wir haben es geschafft, den Ball in die Zone zu bewegen und dadurch auch offene Würfe von außen bekommen.“
Paderborns Coach Dirk Happe äußerte sich wie folgt: „Glückwunsch an Gießen, wir haben gegen eine sehr gute Mannschaft um die herausragenden Williams, Jeffers, Ovcina, Jeanty verloren. Wir haben alles gegeben, das Spiel jedoch im zweiten Viertel verloren. Gießen hat glänzend den Ball laufen lassen, fast immer den freien Mann gefunden und getroffen, ihre Penetrationen konnten wir nicht stoppen. Auch Joe Werner haben wir beim Rebound nicht in den Griff bekommen, obwohl wir wussten, dass er hart ans Brett geht. Bei uns hat außer Barrett niemand richtig gescort, die Mannschaft hat aber gekämpft. Wir sind heute noch nicht abgestiegen. Mein Wunsch nach einem Sieg gegen Gießen wurde nicht erfüllt, aber die Hoffnung stirbt zuletzt.“
Am nächsten Samstag (13. März) treffen die LTi GIESSEN 46ers in ihrem viertletzten Saisonheimspiel auf das Team von TBB Trier, Spielbeginn ist um 20 Uhr in der Sporthalle Gießen-Ost.
Punkteverteilung LTi 46ers: Jacovic, Williams (10), Jonson (4), Schläfer (n. e.), Lischka (2), Ovcina (14), Weber, Freese, Tapuskovic (n. e.), Jeffers (20), Werner (9), Jeanty (19).


